

Arbeitgeberpreis für Bildung 2026: Die vier Preisträger kommen aus Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz:
KI-Kompetenz für alle: Arbeitgeberpreis für Bildung 2026 zeichnet vier Bildungseinrichtungen aus
Berlin, 13. Oktober 2026. Wie lernen junge Menschen, erfolgreich und zugleich verantwortungsbewusst mit Künstlicher Intelligenz (KI) umzugehen? Vier Bildungseinrichtungen aus Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zeigen mit überzeugenden Konzepten, wie das gelingen kann, und wurden deshalb mit dem Deutschen Arbeitgeberpreis für Bildung 2026 ausgezeichnet.
Der Preis ehrt herausragendes Engagement von Bildungseinrichtungen und würdigt Leuchtturmprojekte in der frühkindlichen, schulischen, beruflichen und hochschulischen Bildung. Der Hauptpreis ist mit 10.000 Euro dotiert, die weiteren Preisträger erhalten jeweils 2.500 Euro. Hauptpreisträger ist in diesem Jahr eine Berufsschule.
Die Preisträger 2026:
Die Auszeichnungen wurden im Rahmen des Deutschen Arbeitgebertags in Berlin von Martin Seiler, Vorstand Personal und Recht der Deutschen Bahn AG und Vorsitzender der Jury, an die Vertreterinnen und Vertreter des Hauptpreisträgers überreicht, auch im Namen von Arbeitgeberpräsident Dr. Rainer Dulger. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) vergibt den renommierten Bildungspreis seit über einem Vierteljahrhundert gemeinsam mit Unternehmen. Partner 2026 ist die Deutsche Bahn AG.
Arbeitgeberpräsident Dr. Rainer Dulger erklärt: „Was heute im Klassenzimmer mit einem klugen Prompt beginnt, kann morgen in der Werkshalle Abläufe verbessern, in der Forschung neue Lösungen ermöglichen oder den Grundstein für ein Unternehmen legen. Damit aus technischen Möglichkeiten persönliche Perspektiven und wirtschaftlicher Fortschritt werden, müssen wir KI-Kompetenz früh fördern. Junge Menschen brauchen Wissen und Urteilskraft, um neue Technologien souverän, kreativ und verantwortungsvoll zu nutzen. Diese Fähigkeiten werden künftig in nahezu allen Berufen gefragt sein und stärken zugleich Innovationskraft, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit. Unsere Preisträger zeigen, wie das in der Praxis gelingt. Sie machen KI erfahrbar, wecken Neugier und verbinden Offenheit für Innovationen mit Verantwortung. Damit bereiten sie junge Menschen auf ihre Zukunft vor und geben wichtige Impulse für unser gesamtes Bildungssystem. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert würdigt der Deutsche Arbeitgeberpreis für Bildung solche Vorreiter.“
Vorstand Personal und Recht der Deutschen Bahn AG und Juryvorsitzender Martin Seiler betont: „Unsere Preisträger zeigen, was KI-Kompetenz in der Praxis bedeutet: verstehen, anwenden, hinterfragen und gestalten. Eine gute Antwort der KI ist noch kein Lernerfolg. Entscheidend ist, dass Lernende selbst denken, Ergebnisse einordnen und Verantwortung für den Einsatz der Technologie übernehmen. Genau dafür schaffen die ausgezeichneten Bildungseinrichtungen starke Lernräume und ermöglichen Lehrkräften, Neues verantwortungsvoll zu erproben. Diese Fähigkeiten sind auch für uns als Deutsche Bahn entscheidend: Technologie sinnvoll auf reale Aufgaben zu übertragen, fachlich zu bewerten und Verantwortung zu übernehmen, wenn sich Arbeit verändert. Gute Technologie macht gute Pädagogik nicht überflüssig, sondern wichtiger. Die prämierten Konzepte zeigen, unter welchen Bedingungen gute KI-Bildung gelingen kann, und bieten anderen Einrichtungen Orientierung für die eigene Praxis.“
Weitere Informationen:
Bilder von der Preisverleihung finden Sie hier: Bildungspreis
Hintergrund zum Preis, zur Ausschreibung und zu den aktuellen Preisträgern finden Sie hier: www.arbeitgeberpreis-fuer-bildung.de
Kurzprofile der Preisträger:
Hauptpreisträger und Kategorie Berufliche Bildung:
Das Berufskolleg Jülich überzeugt mit einem ganzheitlichen und nachhaltig angelegten KI-Konzept, das Unterricht, Kollegium und Schulentwicklung einbezieht. Technologische Offenheit trifft hier auf pädagogische Verantwortung. Zentral ist das partizipativ entwickelte 3N-Modell: Nutzen, Notwendigkeit und pädagogische Nachhaltigkeit werden nach jeder Anwendung bewusst reflektiert. War der Einsatz von KI wirklich erforderlich? Welchen Mehrwert hat er geschaffen? Und hat die KI die Kompetenzentwicklung gefördert oder untergraben? So entsteht ein verantwortungsvoller Umgang mit KI – und zwar bei allen Beteiligten. Auszubildende, Lehrkräfte und Betriebe werden regelmäßig zu Kompetenzen und Anforderungen befragt. Ergebnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung ein. So entsteht ein lernendes System, das von allen Beteiligten getragen wird und unterschiedliche Bedarfe berücksichtigt. Das Berufskolleg lebt das Motto: Passgenaue Unterstützung statt „One-size-fits-all“! Ein eigens entwickelter Sprachlernbegleiter erfasst individuelle Sprachstände, schlägt passende Lernaufgaben vor und gibt personalisierte Rückmeldungen. Lehrkräfte können Materialien gezielt an unterschiedliche Lerngruppen anpassen. Zugleich unterstützt ein KI-Bot dabei, Lernsituationen systematisch zu analysieren und weiterzuentwickeln. Damit leistet das Berufskolleg Jülich einen beispielgebenden Beitrag zur Vorbereitung junger Menschen auf die Arbeitswelt von morgen. https://www.berufskolleg-juelich.de
Kategorie Frühkindliche Bildung:
Der Fröbel-Kindergarten Flügelnuss in Bonn zeigt eindrucksvoll, wie bereits kleine Kinder ein grundlegendes Verständnis für Künstliche Intelligenz entwickeln können. Im Mittelpunkt steht nicht die Nutzung von KI, sondern das Verständnis ihrer Funktionsweise, ihrer Möglichkeiten und ihrer Grenzen. Die Einrichtung verbindet frühkindliche Bildung und Medienkompetenz zu einem innovativen und altersgerechten Gesamtkonzept. Herzstück ist die speziell für den frühpädagogischen Bereich entwickelte Lernumgebung „KI-ENNA-MINI“. Gemeinsam trainieren die Kinder ein eigenes kleines neuronales Netzwerk und erleben unmittelbar, wie KI aus Daten lernt. Dabei erfahren sie, warum Ergebnisse fehlerhaft sein können und kritisch hinterfragt werden müssen. Spielerisch erwerben sie Kompetenzen im Beobachten, Beschreiben, Vergleichen und Problemlösen. Sie lernen früh, dass nicht die Technik, sondern der Mensch für die Qualität und Bewertung von Ergebnissen verantwortlich ist. Durch die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Partnern und die Offenheit von KI-ENNA kann das Konzept weit über die eigene Einrichtung hinauswirken. So gehen Kinder die digitale Zukunft kompetent, reflektiert und verantwortungsvoll an. https://fluegelnuss.froebel.info
Kategorie Schulische Bildung:
Die Freiherr-vom-Stein-Schule Immenhausen hat ein schulweites KI-Konzept für alle Bildungsgänge aufgesetzt mit dem Ziel der KI-Mündigkeit. Alle Schülerinnen und Schüler starten mit dem „KI-Führerschein“. Vermittelt wird Grundlagenwissen zu Künstlicher Intelligenz, Prompting, Quellenkritik, Datenschutz, Deepfakes sowie ethische Fragestellungen. Anschließend werden die erworbenen Kompetenzen in den verschiedenen Fächern vertieft und angewendet. Die Schule versteht KI nicht als isoliertes Projekt, sondern als festen Bestandteil der Schul- und Unterrichtsentwicklung. Dies zeigt sich auch in der Prüfungskultur, die Lernprozesse, Reflexion und Transparenz stärker gewichtet. KI wird Lernpartner statt Antwortmaschine. Auch der Umgang mit sozialen Medien wird verbindlich im Unterricht behandelt. Innovative Lernkonzepte und datengestützte Schulentwicklung unterstreichen den systematischen Entwicklungsansatz. Die Lehrkräfte bilden sich kontinuierlich fort. In die gemeinsame Reflexion werden auch die Eltern und Kooperationspartner einbezogen. KI wird zudem in der ausgeprägten Berufsorientierung der Schule mit Berufswahl-SIEGEL gezielt eingesetzt, um auf eine von KI-geprägte Arbeitswelt vorzubereiten. Die Schule verbindet mit ihrer umfassend durchdeklinierten KI-Strategie eindrucksvoll das Ziel der KI-Mündigkeit mit einer intensiven Lernkultur, Schlüsselkompetenzen, Bildungsgerechtigkeit und Berufsorientierung. https://gesamtschule-immenhausen.de
Kategorie Hochschulische Bildung:
Die Hochschule Mainz adressiert mit ihrem hochschulübergreifenden KI-Konzept sowohl Lernende, Lehrende und Beschäftigte der Verwaltung als auch die breite Öffentlichkeit. KI-Kompetenz ist als strategische Aufgabe der gesamten Hochschule im Hochschulentwicklungsplan verankert. Ein hochschulweit curricular verankerter KI-Grundkurs für Studierende sichert die Basis, die in den jeweiligen Studiengängen durch fachspezifische Aufbaumodule ergänzt wird. Für Lehrende und Beschäftigte der Verwaltung stehen spiegelbildlich praxisorientierte Module zur Verfügung. Alle KI-Angebote werden kontinuierlich gemeinsam mit allen Akteuren weiterentwickelt, z. B. in Curriculums-Werkstätten. Alle zwei Monate informiert das Kompetenzzentrum Lehre mit dem 30-minütigen Online-Angebot „KI-Kompakt“ über aktuelle Entwicklungen, ordnet diese kritisch ein und stellt sich in einer Fragerunde den Teilnehmenden. Das Angebot ist für alle Interessierten – auch außerhalb des Hochschulkontexts – offen. Damit übernimmt die Hochschule über ihre originäre Zuständigkeit hinaus Verantwortung für die Vermittlung von KI-Kompetenz. Ein KI-Café für Studierende, eine AI Interest Group für Professorinnen und Professoren, ein Innovationsfonds für innovative Lehre und das Weiterbildungsprogramm „KI-Spezial“ für alle Beschäftigten der Hochschulen aus Rheinland-Pfalz runden das Angebot ab. https://www.hs-mainz.de



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