BDA-Arbeitgeberbarometer

Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von Unternehmen in Deutschland im Frühjahr 2026

Wie geht es der deutschen Wirtschaft? Dieser Frage geht die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeber­verbände (BDA) in Kooperation mit der forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH nach. Für das BDA-Arbeitgeber­barometer werden jedes Quartal rund 1000 Unternehmen mit mindestens zehn Mitarbeitern befragt. Die aktuelle Studie wurde im folgenden Zeitraum vom 23. Februar bis 20. März 2026 erhoben.

Die wichtigsten Probleme für die Unternehmen

Wichtige Probleme für das eigene Unternehmen

Die Unternehmen wurden anhand verschiedener Problembereiche um eine Einschätzung gebeten, inwieweit dieser Aspekt für ihr eigenes Unternehmen zur Zeit ein großes Problem darstellt.

Wie die folgende Übersicht zeigt, bleiben Vorschriften und bürokratische Anforderungen mit 83 Prozent weiterhin das für die Unternehmen drängendste Problem.

An zweiter Stelle der wichtigsten Probleme folgt aktuell die Unsicherheit über politische Richtungsentscheidungen in der Wirtschafts- und Sozialpolitik, die in diesem Frühjahr noch häufiger genannt wird (von 76 gegenüber 70 Prozent) als noch im Herbst des vergangenen Jahres.

An dritter Stelle folgen aktuell zu hohe Arbeitskosten, die für 71 Prozent der Unternehmen ein großes oder sehr großes Problem darstellen. Für 60 Prozent und mehr der Unternehmen sind (auch) die Belastung durch Sozialversicherungsabgaben (66 %) sowie der Arbeitsund Fachkräftemangel an (sehr) großes Problem.

Die mangelnde Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung (47 %) sowie die Vorschriften zum Arbeits- und Tarifrecht (40 %) bereiten jeweils weniger als der Hälfte der Unternehmen größere Probleme.

Einschätzungen zur wirtschaftlichen Lage

Bewertung der wirtschaftlichen Lage des eigenen Unternehmens

Die wirtschaftliche Lage des eigenen Unternehmens bewertet weiterhin eine recht deutliche Mehrheit von 62 Prozent als gut oder sehr gut und nur eine Minderheit von 37 Prozent als weniger gut oder schlecht.

Allerdings ist der Anteil der Unternehmen, die ihre eigene wirtschaftliche Lage als gut bewerten, gegenüber dem Herbst des letzten Jahres etwas rückläufig.

Erwartungen zur Entwicklung der wirtschaftlichen Lage des eigenen Unternehmens

Für die kommenden drei Monate erwarten 17 Prozent der Unternehmen eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage.

79 Prozent erwarten keine Veränderung (60 %) oder aber eine Verschlechterung (19 %).


Erwartungen zur Entwicklung der Mitarbeiterzahl in den Unternehmen

Kaum Veränderungen zeigen sich gegenüber dem letzten Arbeitgeberbarometer im November 2025 bei den Einschätzungen der Unternehmen zur Entwicklung der Mitarbeiterzahl im nächsten Quartal.

So planen aktuell 19 Prozent in den kommenden drei Monaten eine Erhöhung ihrer Mitarbeiterzahl.

12 Prozent gehen von einer Verringerung und 66 Prozent von keiner Veränderung ihrer Belegschaft aus.

Wirtschaftserwartungen für Deutschland

Deutlich verschlechtert haben sich gegenüber dem Herbst 2025 hingegen die Erwartungen der Unternehmen im Hinblick auf die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland.

So erwarten aktuell nur noch 6 Prozent der Unternehmen für die nächsten sechs Monate eine Verbesserung, 63 Prozent (+ 11 Prozentpunkte) aber eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland.

29 Prozent rechnen mit keiner Veränderung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage im Land.

Zufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung

Zufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung generell

Die Zufriedenheit der Unternehmen mit der Arbeit der Bundesregierung bewegt sich weiterhin auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie bereits im Herbst des vergangenen Jahres.

Nur 19 Prozent der Unternehmen sind derzeit mit der Arbeit der Bundesregierung generell zufrieden oder sehr zufrieden, 78 Prozent hingegen weniger oder gar nicht zufrieden.

Zufriedenheit mit Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung

Noch negativer fällt das Urteil der Unternehmen zur Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung aus.

Waren bereits Ende 2025 nur 17 Prozent der Unternehmen mit der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung zufrieden, sind es aktuell mit 10 Prozent noch weniger als im vergangenen November.

Mittlerweile 87 Prozent (gegenüber 82 Prozent im November) sind derzeit mit der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung weniger oder gar nicht zufrieden.

Wichtige Maßnahmen gegen die schwache Konjunktur und steigende Arbeitslosenzahlen

Angesichts der weiterhin schwachen Konjunktur in Deutschland und den wieder ansteigenden Arbeitslosenzahlen wurden die Unternehmen um eine Einschätzung gebeten, welche Maßnahmen vor diesem Hintergrund aus ihrer Sicht besonders wichtig wären.

An erster Stelle (94 %) erachten die Unternehmen in diesem Zusammenhang den Abbau von bürokratischen Anforderungen an Unternehmen für wichtig oder sehr wichtig, gefolgt von einer Stabilisierung bzw. Senkung der Lohnnebenkosten (89 %).

Für mehr als 70 Prozent wären auch eine verstärkte Qualifizierung und Weiterbildung von Arbeitskräften sowie Maßnahmen zur Ausweitung der Erwerbstätigkeit (etwa durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Anreize für mehr Vollzeitbeschäftigung u.ä.) wichtige Maßnahmen.

Über die Hälfte (58 %) der Unternehmen hält in diesem Zusammenhang auch eine Flexibilisierung der geltenden Arbeits-Zeitregelungen für wichtig oder sehr wichtig.

Öffentliche Ausschreibungen und bürokratische Anforderungen

Beteiligung an öffentlichen Ausschreibungen

43 Prozent der Unternehmen beteiligen sich regelmäßig (17 %) oder zumindest gelegentlich (26 %) an öffentlichen Ausschreibungen.

56 Prozent beteiligen sich nie an öffentlichen Ausschreibungen.


Bewertung der bürokratischen Anforderungen bei öffentlichen Ausschreibungen

Eine große Mehrheit von 75 Prozent der Unternehmen, die sich öffentlichen Ausschreibungen beteiligen, hält die bürokratischen Anforderungen für zu groß.
Nur eine Minderheit (22 %) hält die bürokratischen Anforderungen bei öffentlichen Ausschreibungen alles in allem für angemessen und vertretbar.

In 43 Prozent der Unternehmen, die sich bislang an öffentlichen Ausschreibungen beteiligen, gibt es Überlegungen, dies aufgrund der bürokratischen Anforderungen bei solchen Ausschreibungsverfahren künftig nicht mehr zu tun.

Reform der GKV und Krankenstand im Unternehmen

Generelle Einschätzungen zum Reformbedarf bei der Finanzierung der gesetzlichen Kranken­versicherung

Nur eine kleine Minderheit (5 %) der Unternehmen ist der Auffassung, dass die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland finanziell gut aufgestellt ist.

11 Prozent halten kleine Veränderungen, 79 Prozent hingegen grundlegende Reformen bei der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung für nötig.

Werden der aktuellen Bundesregierung grundlegende Reformen der GKV gelingen?

Das Vertrauen der Unternehmen in die Bundesregierung im Hinblick auf grundlegende Reformen bei der gesetzlichen Krankenversicherung ist allerdings überaus gering.

Nur 8 Prozent der Unternehmen glauben, dass es der aktuellen Bundesregierung gelingen wird, in dieser Legislaturperiode grundlegende Reformen in diesem Bereich voranzubringen.

86 Prozent hingegen trauen der Bundesregierung im Bereich der GKV keine grundlegenden Reformen in dieser Legislaturperiode zu.


Probleme aufgrund krankheitsbedingter Ausfälle im Jahr 2025

41 Prozent der Unternehmen hatten im vergangenen Jahr große oder sehr große Probleme durch krankheitsbedingte Ausfälle von Beschäftigten.

58 Prozent hatten diesbezüglich weniger große oder keine Probleme.

Entwicklung der Arbeitsunfähigkeitsquote seit 2019

Nur 6 Prozent der Unternehmen berichten, dass die Arbeitsunfähigkeitsquote in ihrem Unternehmen seit 2019 insgesamt gesunken ist.

44 Prozent hingegen berichten von einer gestiegenen AU-Quote seit 2019.

In 48 Prozent der Unternehmen hat sich die Arbeitsunfähigkeitsquote nicht wesentlich verändert.


Erfahrungen mit Betrugsversuchen bei AU-Bescheinigungen

15 Prozent der Unternehmen haben bereits Erfahrungen mit Betrugsversuchen mit telefonischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen oder AU-Bescheinigungen von Online- Plattformen gemacht.

70 Prozent haben noch keine Erfahrungen mit derartigen Betrugsversuchen gemacht.

15 Prozent der Unternehmensvertreter trauen sich dazu keine Einschätzung zu.

Beibehaltung oder Abschaffung der telefonischen Krankschreibung

Ein klares Meinungsbild ergibt sich unter den Unternehmen im Hinblick auf die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung.

33 Prozent sind der Meinung, dass diese Möglichkeit auch künftig beibehalten werden sollte. 63 Prozent der Unternehmen plädieren hingegen für eine Abschaffung.


Meinungen zur Wiedereinführung eines „Karenztags“

Etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen in Deutschland (52 %) fände die Überlegung, in Deutschland wieder einen sogenannten „Karenztag“ einzuführen, bei dem Arbeitnehmer für den ersten Krankheitstag keine Lohnfortzahlung erhalten würden, sinnvoll.

44 Prozent halten die Einführung eines „Karenztags“ nicht für sinnvoll.