Arbeit made in Germany – Wie Arbeitgeber gute Arbeit gestalten

 

Die Arbeitsbedingungen und die Arbeitsqualität in Deutschland sind deutlich besser, als es so manche politische Diskussion vermuten lässt. „Made in Germany“ steht daher nicht nur für exzellente Produkte, sondern auch für eine exzellente Arbeitsqualität. Unsere Soziale Marktwirtschaft funktioniert. Damit das so bleibt, realisieren deutsche Unternehmen so einiges, damit Arbeit gut gestaltet ist und unternehmerische Wünsche mit den Bedürfnissen der Beschäftigten zusammengehen. Dass dieser Ansatz gelingt, zeigen die hohen Werte bei der Jobzufriedenheit unserer Beschäftigten.

Steffen Kampeter

Gute Arbeitsverhältnisse zu schaffen, ist nicht nur ein Motto oder Werbeslogan für Unternehmen. Sie setzen viel daran, ihre Arbeitsbedingungen nicht nur gut, sondern sehr gut zu gestalten. Gute Arbeit ist wichtig, denn sie hält die Unternehmen wettbewerbsfähig, innovativ und leistungsstark. Sie sorgt dafür, dass die Beschäftigten gesund und mit Motivation tätig sind. Wie genau diese Gestaltung aussieht, zeigt „Arbeit made in Germany“.
 
Der Wert der Arbeit bleibt gleich, doch die Erwartungen ändern sich

Gut gestaltete Arbeit ist ein Schlüsselfaktor für Gesundheit, Motivation und Selbstwertgefühl (Knieps & Pfaff, 2020). Was sie so einzigartig macht, sind ihre Eigenschaften: Arbeit bietet soziale Kontakte und ein unterstützendes Umfeld, strukturiert den Tag und ermöglicht persönliche Weiterentwicklung. Dieser Wert der Arbeit ist der gleiche wie noch vor Jahrzehnten – geändert hat sich (und tut es noch) die Erwartung an die Arbeitsbedingungen. Beschäftigte wünschen sich mehr Eigenverantwortung und Flexibilität (Raeder & Grote, 2001). Zeitgleich bestehen weiterhin „traditionellere“ Erwartungen wie Arbeitsplatzsicherheit, lebenslange Beschäftigung, interner Aufstieg und Spezialisierung.

Auch für die Unternehmen ist es immer wichtiger, flexibel und veränderungsbereit zu sein. Sie stehen vor der Herausforderung, die verschiedenen Erwartungen der Beschäftigten mit den Anforderungen durch Digitalisierung, Change-Prozesse, Nachhaltigkeit, neue Formen der Führung, Agilität und Flexibilität zu vereinbaren – und zwar so, dass die Arbeitsbedingungen weiterhin positiv für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Motivation sind.

Hohe Arbeitszufriedenheit in Deutschland

Die Betriebe nehmen diese Herausforderungen und die Erwartungen der Beschäftigten ernst. Untersuchungen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Beschäftigten ihre Arbeitssituation sehr positiv sehen. 89 % der Erwerbstätigen in Deutschland sind mit ihrer Arbeit mindestens zufrieden, 33 % sogar sehr zufrieden (Destatis, 2018). Dabei unterscheidet sich die Jobzufriedenheit kaum im Alter (BMAS, 2018). Gerade der Mittelstand zeigt viel Engagement durch ein mitarbeiterorientiertes Personalmanagement die Arbeitszufriedenheit weiter zu steigern (BMAS, 2018).

Gut zu wissen: Für die Corona-Zeit stellen die Beschäftigten ihren Betrieben ein sehr gutes Zeugnis aus (psyGA, 2020). Ein Grund dafür ist, dass die Betriebe in der Krise z. B. den so wichtigen Arbeits- und Infektionsschutz schnell umgesetzt und zur Chefsache gemacht haben: Bei 98 % der Betriebe mit spezifischen Corona-Regelungen zum Arbeitsschutz war die Geschäftsleitung involviert (BAuA, 2020a).
 
Gute Arbeitsgestaltung als Schlüssel für Arbeitszufriedenheit

Grundlage für hohe Zufriedenheit sind gute Arbeitsbedingungen in den Betrieben. Laut Stressreport 2019 zeigt sich, dass Ressourcen bei der Arbeit wie die soziale Unterstützung auf gleichbleibend hohem Niveau sind, was die gute Zusammenarbeit bzw. Unterstützung durch KollegInnen und das Gefühl, ein Teil der Gemeinschaft am Arbeitsplatz zu sein anbelangt. Die Unterstützung durch die Führungskraft hat noch Potenzial (BAuA, 2020b, siehe Abbildung).

 

Das zeichnet “Arbeit made in Germany” aus!
  1. Deutschland erzielt Spitzenwerte bei der Arbeitszufriedenheit – unabhängig vom Alter der Beschäftigten.
  2. Die Arbeitsbedingungen sind gut und werden immer besser: Psychische und physische Belastungsfaktoren sinken stetig und liegen unter dem EU-Durchschnitt, Unterstützung und Sinnhaftigkeit bei der Arbeit nehmen weiter zu.
  3. Arbeit wird in Deutschland besonders hoch bezahlt. Die Unternehmen bieten zudem viel zur Förderung der Gesundheit, Diversität und Vereinbarkeit der Lebensbereiche sowie zur Absicherung im Alter, bei Arbeitslosigkeit, Krankheit, Unfall oder Pflege.
  4. Die Gesundheit ihrer Beschäftigten nehmen Betriebe sehr ernst. Gesundheitsförderung und Arbeitsschutz sind erfolgreicher denn je: Sowohl die Zahl der Arbeitsunfälle als auch die Zahl gesundheitlich bedingter Frühverrentungen ist seit 1995 um rund die Hälfte gesunken.
  5. Die Betriebe haben den Wunsch der Beschäftigten nach mehr Flexibilität und besserer Vereinbarkeit der Lebensbereiche längst erkannt und verschiedenste Lösungen gefunden.
  6. Wertewandel, demografische Entwicklung und Globalisierung sind zudem Motoren für das wachsende Engagement der Unternehmen, Vielfalt im Betrieb zu fördern und zu nutzen.
  7. Digitalisierung trägt schon heute zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei: Arbeit kann zeitlich und örtlich flexibler erbracht werden, neue Techniken fördern die Arbeitssicherheit und helfen dabei, dass möglichst Viele bis zum vollen Rentenalter arbeiten können.
  8. Führung 4.0 ist in den Unternehmen angekommen. So wie sich Geschäftsmodelle ändern, ändern sich auch Führungs- und Teamstrukturen.
  9. Die Unternehmen sind die größten Weiterbildungsanbieter. 85 % aller Unternehmen engagieren sich in der Weiterbildung und investieren hierfür 33,5 Mrd. Euro (Quelle: IW 2017).

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