Ausbildungsmarkt: Trotz Corona beste Chancen für Bewerberinnen und Bewerber!

 

Die Arbeitgeber lassen in ihrem Ausbildungsengagement nicht nach. Gerade jetzt sind Fachkräfte als Herzstück jedes Unternehmens ein wichtiger Motor für den wirtschaftlichen Aufschwung trotz und nach Corona. Auf 4 Bewerberinnen und Bewerber kommen aktuell rund 5 Ausbildungsangebote. Die Ausbildungsbetriebe freuen sich auf den neuen Ausbildungsjahrgang und werden alles tun, um den gemeinsamen Lernerfolg zu sichern. Verlorene Ausbildungschancen wegen Corona können und wollen wir uns nicht leisten.

Rainer Dulger, Präsident der BDA

Das Ausbildungsengagement der Unternehmen bleibt trotz Krise auf hohem Niveau. 2020 überstieg die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze zum elften Mal in Folge die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber, die bei den Agenturen für Arbeit und Jobcentern als unversorgt gemeldet waren und 2021 wird das erneut der Fall sein. Um den Weg aus der Krise heraus zu meistern, benötigen die Unternehmen junge Auszubildende dringender als je zuvor.
Unternehmen bilden trotz Krise weiter aus
Nach wie vor ist die Lage auf dem Ausbildungsmarkt stark von den Folgen der Pandemie geprägt. Seit Beginn des Beratungsjahres 2020/21 (Stand: Juli 2021) ist vor allem die Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zurückgegangen (-7,9%). Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen allerdings unterschreitet mittlerweile den Stand des Vorjahres nur noch leicht (-2,9%). Der Rückgang auf Bewerberseite ist insbesondere dadurch zu erklären, dass die Möglichkeiten zur Berufsberatung, z. B. über die Kontakte in der Schule, eingeschränkt waren und z.T. noch sind und durch digitale Angebote nicht vollständig ersetzt werden können. Die Chancen und Möglichkeiten für junge Menschen auf einen Ausbildungsplatz hingegen sind sehr gut. Auf vier Bewerberinnen und Bewerber kommen aktuell rund fünf Ausbildungsangebote. Mit rechnerisch 1,2 Ausbildungsstellen pro Bewerber/in sind die Chancen der jungen Menschen auf einen Ausbildungsplatz sogar besser als im Vorjahresvergleich (1,14).

 

Ausbildungsplatzgarantie löst keine Herausforderungen auf dem Ausbildungsmarkt
Seit mehreren Jahren gibt es einen deutlichen Überhang an betrieblichen Ausbildungsplätzen. Auch die vorhandenen Plätze für eine außerbetriebliche Ausbildung werden regelmäßig nicht ausgeschöpft. Dies zeigt: Es gibt also kein Versorgungsproblem der Jugendlichen, das durch eine „Garantie“, wie sie beispielsweise der DGB fordert, und mehr außerbetriebliche Ausbildung zu lösen wäre. Anstatt einer solchen Entkopplung des Ausbildungsmarkts vom Arbeitsmarkt gilt es, die tatsächliche Herausforderung auf dem Ausbildungsmarkt zu meistern: Junge Menschen brauchen Orientierung bei der Vermittlung und Aufklärung über die herausragenden Zukunftsperspektiven einer betrieblichen Ausbildung. Rund neun von zehn Auszubildenden erhalten nach bestandener Prüfung ein Übernahmeangebot des Ausbildungsbetriebs. Wir ermutigen die Schulabgängerinnen und Schulabgänger, die Initiative in eigener Sache zu ergreifen, die Berufsberatung der BA zu nutzen (#ausbildungklarmachen: Sichere dir den Ausbildungsplatz, der zu dir passt - Bundesagentur für Arbeit (arbeitsagentur.de)) und sich auf entsprechende Ausbildungsangebote zu bewerben!

 

BDA engagiert sich in der Allianz für Aus- und Weiterbildung
Im August 2019 haben Bundesregierung, Wirtschaft, Gewerkschaften und Länder die „Allianz für Aus- und Weiterbildung“ für die Jahre 2019–2021 abgeschlossen und damit die vorherige Ausbildungsallianz (2015–2018) mit neuen Akzenten weiterentwickelt. Die BDA engagiert sich gemeinsam mit den anderen Allianz-Partnern für verlässliche Berufsausbildung auch in Zeiten von Corona. In einer gemeinsamen Erklärung haben die Allianz-Partner gemeinsame Anstrengungen vereinbart, um Ausbildungsbetriebe und Auszubildende in der Krise sachgerecht und zielgenau zu unterstützen. Zu den vereinbarten Maßnahmen gehören unter anderem, im Rahmen eines „Sommers der Berufsausbildung“ auf die aktuell sehr guten Chancen auf dem Ausbildungsmarkt aufmerksam zu machen und für die duale Ausbildung zu werben.

 

Die BDA engagiert sich umfassend im „Sommer der Berufsausbildung“
Die BDA hat mit Unterstützung der BA die Patenschaft für die „Woche der Elternarbeit in der Beruflichen Orientierung“ übernommen. Botschafterin war Christina Ramb, Mitglied der Hauptgeschäftsführung. Vom 5. bis 9. Juli 2021 fanden tägliche Webinare des Netzwerks SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland bei der BDA mit täglich wechselnden Schwerpunkten rund um das Thema Elternarbeit statt. Das Spektrum reichte von praktischen Checklisten und guten Betriebsbeispielen bis zu interessanten Fakten und Argumenten aus Umfragen und Erhebungen. Mit rund 1.500 Teilnehmenden konnten Betriebe und Eltern erfolgreich für ihre wichtige Rolle bei der Berufswahl der jungen Menschen sensibilisiert, und ihnen konkrete Praxishilfen angeboten werden. Im August hat die BDA die Bundesagentur für Arbeit (BA) bei der Themenwoche „Deine Region bietet dir spannende Berufe und Ausbildungen – lerne sie im Betrieb kennen“ aktiv unterstützt. Bei einem gemeinsamen Betriebsbesuch von Christina Ramb und BA-Vorstand Detlef Scheele war das Signal: Mit einem Ausbildungsplatz bieten Unternehmen Jugendlichen beste Möglichkeiten, um erfolgreich ins Berufsleben durchzustarten. Bis zum Ende des „Sommers der Berufsausbildung“ wird die BDA gemeinsam mit ihren Mitgliedsverbänden und -unternehmen ihr Engagement weiter fortführen um so viele junge Menschen wie möglich für eine duale Ausbildung zu gewinnen.

 

Ausbildung in der Krise zielgenau unterstützen
Mit dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ wird die Ausbildungsleistung der kleinen und mittleren Unternehmen in der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation anerkannt. Das Festhalten an Ausbildung, auch in Krisenzeiten, liegt jedoch in der Verantwortung und im ur-eigenen Interesse der Betriebe. Das Förderprogramm kann deshalb nur einen zusätzlichen Anreiz zur Ausbildung setzen und aktuelle Notlagen auffangen. Beide Förderlinien des Bundesprogramms wurden mehrfach weiterentwickelt und dabei zahlreiche Forderungen der BDA aufgenommen, u.a. die Ausweitung der Förderung auf Betriebe bis 499 Beschäftigte oder auch die Förderung der Ausbildervergütung bei Ausnahme der Azubis und Ausbilder von der Kurzarbeit. Dies geht jedoch nicht weit genug. Die erste Förderlinie muss weiter angepasst, und für Betriebe aller Größenklassen geöffnet werden. Denn auch große Betriebe sind teils erheblich von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Insbesondere die Richtlinie zur Auftrags- und Verbundausbildung bleibt hinter den Erwartungen zurück. Seit Start der Richtlinie wurden lediglich 25 Förderfälle zur Auftrags- und Verbundausbildung bewilligt.


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