Berufliche Orientierung

 

Eine systematische und praxisnahe Berufs­orientierung an den Schulen bringt wertvolle Chancen für eine erfolgreiche Zukunft in der Arbeitswelt.

Ingo Kramer

Was will ich werden? Wo liegen meine Stärken? fragen sich junge Menschen am Übergang von der Schule in die Arbeits- und Berufswelt. Es ist Aufgabe der Schule, ihnen eine gute Berufliche Orientierung für den Weg in den Beruf mitzugeben. Dazu gehören Einblicke in die berufliche Praxis in Kooperation mit Betrieben. Auch in der Pandemie muss die Berufliche Orientierung in der Schule stattfinden und - bei Wahrung des Infektionsschutzes – die Praxiserfahrung möglich gemacht werden.
Berufliche Orientierung ist Kernaufgabe von Schule
Zum Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule gehört die Vorbereitung bzw. Hinführung der Schülerinnen und Schüler auf die eigenständige Teilhabe an der Berufs- und Arbeitswelt. Berufliche Orientierung ist ein Prozess, der früh einsetzen soll und sich weiter aufbaut bis zum Übergang in Ausbildung, Studium und Beruf. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Stärken und Interessen erfahren und sich gut informiert, klischeefrei und aktiv für ihren weiteren Weg in Bildungssystem und Berufswelt entscheiden.
 
Berufsorientierung am Gymnasium
Am Gymnasium muss die duale Ausbildung eine Option in der Beruflichen Orientierung werden. Viele Gymnasien informieren und interessieren ihre Schülerinnen und Schüler für eine Ausbildung, aber viele sehen ihre Aufgabe nach wie vor alleine Richtung Studium. Aber längst nicht alle Schülerinnen und Schüler bleiben bis zum Abitur am Gymnasium. Selbst dann bietet das duale Studium eine - stark nachgefragte – Verbindung von Studium und Ausbildung. Fast ein Drittel der Auszubildenden hat die Hochschulreife in der Tasche. Die Studienorientierung am Gymnasium ist daher mit einer Berufsorientierung zu ergänzen, die die vielfältigen Perspektiven der beruflichen Bildung aufzeigt.
 
Kooperation im Netzwerk
Für einen gelingenden Übergang Schule – Beruf ist die Vernetzung der Schule mit Kooperationspartnern vor Ort unabdingbar. Die SCHULEWIRTSCHAFT-Netzwerke initiieren und gestalten die Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen vor Ort in fast 400 Arbeitskreisen. Schwerpunkte der Aktivitäten sind allen voran die Berufliche Orientierung, aber auch ökonomische Bildung und MINT-Förderung. Instrumente sind Betriebserkundungen und Betriebspraktika für Schülerinnen und Schüler wie für Lehrkräfte sowie hilfreiche Materialien wie Checklisten und Handreichungen für Schulen, Unternehmen und Eltern. Wettbewerbe, Schülerfirmenprogramme und Planspiele kommen hinzu. Das bundesweite Netzwerk wird auf der Bundesebene von BDA und Institut der deutschen Wirtschaft getragen, auf Landesebene sind es Verbände und Bildungswerke der Arbeitgeber in Kooperation mit Ministerien.
 
Qualitätsentwicklung mit dem Berufswahl-SIEGEL
Das Berufswahl-SIEGEL ist ein Zertifizierungsverfahren, mit dem Schulen ihre vorbildliche Berufliche Orientierung nachweisen und dafür ausgezeichnet werden. Inzwischen sind es rund 1.600 SIEGEL-Schulen, die eine systematische Berufliche Orientierung vorweisen und nachhaltig mit Unternehmen und der Berufsberatung der Arbeitsagenturen zusammenarbeiten. Sie bereiten die Berufswahl der Schülerinnen und Schüler vor und begleiten den Übergang in Ausbildung und Beruf. Der Kriterienkatalog des Verfahrens ist für alle Schulen ein hilfreiches Tool, um die eigene Berufliche Orientierung zu evaluieren und weiter zu entwickeln.
 
Berufliche Orientierung in der Pandemie
Auch in der Pandemie muss die Berufliche Orientierung weitergehen. Informationen über Berufsbilder, freie Ausbildungsplätze und Selbsterkundungstools stehen online bei der BA zur Verfügung. Allerdings brauchen junge Menschen mit Unterstützungsbedarf die Anleitung durch die schulische Vertrauensperson und begleitend durch die professionelle Berufsberatung z.B. bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz. Betriebe bemühen sich, unter Wahrung des Infektionsschutzes Praxisphasen zu ermöglichen.
 
Klischeefreie Orientierung
Immer noch wählen junge Frauen primär typisch weiblich geltende Berufe und orientieren sich Jungen eher auf herkömmlich männliche Berufsfelder. Weibliche Auszubildende und Studierende setzen zu selten auf die MINT-Berufe und bleiben daher in ihren Karrierechancen zurück. Eine frühzeitige kritische Auseinandersetzung mit Rollen-Stereotypen in der Schule ist daher notwendig, um jungen Menschen alle ihre Potenziale und Entwicklungschancen zu zeigen.


BDA-Gremium

BDA-Ausschuss Bildung, Berufliche Bildung

BDA-Arbeitskreis Berufliche Bildung



PDFs und Links zum Thema



Zahlen und Fakten

Tortendiagramm Schulen mit Berufswahl-SIEGEL:

Allgemeinbildende Schulen Sekundarstufe I : 51 %
Allgemeinbildende Schulen Sekundarbereich II: 31 %
Förderschulen: 13 %
Berufliche Schulen (schulische Bildungsgänge) : 5%

(Quelle: Statistik 2019)

Berufswahl-SIEGEL auf Wachstumspfad:

1622 SIEGEL-Schulen
1475 Engagierte
28 Regionen in 2019

2018: 1581 Schulen
2017: 1540 Schulen
2016: 1562 Schulen
2015: 1495 Schulen



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