




Über 300.000 Streiktage – und die Folgen werden immer spürbarer
Deutschland erlebt seit Jahren einen deutlichen Anstieg streikbedingter Ausfalltage – mit spürbaren Folgen für Wirtschaft, Infrastruktur und Alltag. Die Daten zeigen klar: Arbeitskämpfe werden häufiger, und treffen zunehmend zentrale Dienstleistungen.
Zwischen 2000 und 2009 sank die Zahl an Streiktagen auf rund 150.000 – ein historischer Tiefstand. Doch diese Phase ist vorbei. Seitdem haben sich die Ausfalltage auf mehr als 300.000 Tage verdoppelt.
Sogenannte Warnstreiks als Treiber
Treiber sind vor allem die zahlreichen „Warnstreiks” – viele davon mit langfristigen und flächendeckenden Störungen quer durch ganze Branchen.
Sie blockieren Produktionsketten, legen Bahnen lahm, schließen Kitas und verursachen hohe Kosten. Jeder Warnstreiktag kann Unternehmen und öffentliche Infrastruktur Millionen kosten – besonders im Verkehr oder in stark vernetzten Industrien. Die Folgen reichen von verspäteten Lieferungen bis zu massiven Ausfällen im Nahverkehr.
Für Unternehmen bedeutet das: weniger Planbarkeit, mehr Unsicherheit, höhere Risikoaufschläge. Für die öffentliche Hand: massive Belastungen wichtiger Infrastrukturen im Nahverkehr oder in der Daseinsvorsorge.
Tarifpartnerschaft unter Druck
Gleichzeitig gerät die Tarifpartnerschaft unter Druck. Wenn Arbeitskämpfe früher in Verhandlungen eingesetzt werden, schrumpfen Spielräume für konstruktive Lösungen. Das belastet das Vertrauen in die Fähigkeit der Sozialpartner, Konflikte verantwortungsvoll zu lösen.
Steigende Kosten
Die Schwelle für Arbeitsniederlegungen sinkt. Gleichzeitig steigen die Belastungen für Unternehmen, Beschäftigte und Allgemeinheit. Die Schäden treffen ein Land, das ohnehin mit schwindender Wettbewerbsfähigkeit, Fachkräftemangel und Transformationsdruck kämpft.
Zeit für mehr Augenmaß
Streiks gelten als Ausfluss der Tarifautonomie. Doch die zunehmende Häufung und wachsenden Schäden zeigen: Deutschland braucht wieder mehr Augenmaß in Tarifkonflikten. In der Rechtsprechung verschwimmen diese Grenzen zunehmend. Warnstreiks werden breiter, politischer und mitunter zur öffentlichen Druckkulisse statt zum tariflichen Verhandlungsmittel. Diese Entwicklung gefährdet die Akzeptanz des Streikrechts und untergräbt das Fundament der deutschen Tarifpartnerschaft. Daher ist eine gesetzliche Regelung des Arbeitskampfrechts das Gebot der Stunde. Verlässlichkeit auch im Arbeitskampf ist notwendig und Ausdruck rechtsstaatlicher Klarheit!
(Quelle: iwd)



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