Digitalisierung, Technologie- und Klimawandel – MINT-Kompetenzen sind der Schlüssel für die Zukunft

Kompetenzen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) sind zentral, um die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen. Fast alle Schlüsselbranchen benötigen qualifizierte Fach- und Führungskräfte mit einem Verständnis von mathematischen, naturwissenschaftlichen und technischen Zusammenhängen und einer entsprechenden IT-Kompetenz. Ein Mangel in diesen Bereichen gefährdet den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Der bereits heute bestehende Engpass an naturwissenschaftlich-technisch qualifizierten Arbeitskräften beeinträchtigt die Innovationsfähigkeit der Unternehmen in Deutschland. Die MINT-Arbeits- und Fachkräftelücke (Differenz der gemeldeten offenen Stellen und der gemeldeten Arbeitslosen im MINT-Segment) hat sich in der pandemiebedingten Krise zwar deutlich verringert, noch immer übersteigt das Stellenangebot aber deutlich die Anzahl der arbeitssuchenden Fachkräfte (MINT-Lücke im Oktober 2022: 326.100). Dies betrifft insbesondere die Elektro- und Energieberufe, den IT-Bereich, aber z. B. auch die Maschinen- und Fahrzeugtechnik. Es zeigen sich aber auch langfristige Beschäftigungstrends: Die Zahl der IT-Fachkräfte hat sich von Ende 2012 bis Frühjahr 2022 um knapp 70 % erhöht. Bei den akademischen Berufen war der Zuwachs im IT-Bereich mit über 110 % sogar noch deutlich höher. MINT-Fachkräfte sind also weiterhin dringend gesucht.

Zuwanderung sichert Fachkräftebedarf

Wie groß der Bedarf an MINT-Fachkräften ist, wird auch an der Beschäftigung von ausländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern deutlich. Sie ist zwischen Ende 2012 und Frühjahr 2022 mit knapp 65 % überproportional gewachsen, wohingegen der Anteil von Deutschen in MINT-Facharbeiterberufen im selben Zeitraum sogar leicht gesunken ist (-3 %). Im Bereich der Spezialisten betrug das Wachstum bei ausländischen Beschäftigten über 100 % und im Bereich der Akademiker sogar 160 %. Der Zuwachs unter Deutschen fiel mit 11 % bzw. 35 % deutlich geringer aus. Ohne entsprechende qualifizierte Zuwanderung ist der MINT-Fachkräftebedarf daher schon länger nicht mehr zu decken.

Mehr Frauen für MINT gewinnen

Nach wie vor sind Frauen in MINT-Berufen mit knapp 16 % deutlich unterrepräsentiert, auch wenn die Anzahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen in diesem Bereich von Ende 2012 bis Frühjahr 2022 um 2 Prozentpunkte gestiegen ist. Die BDA engagiert sich daher z. B. aktiv im Nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen. Zentral ist zudem eine geschlechterneutrale Berufs- und Studienorientierung, wie sie die Initiative „klischeefrei“ unterstützt, an der die BDA ebenfalls beteiligt ist

Mehr junge Menschen für MINT begeistern – Abbrüche reduzieren

Der Grundstock für mehr MINT-Fachkräfte muss jedoch frühzeitig gelegt werden. Alle Schülerinnen und Schüler müssen ausreichende Grundkompetenzen in Mathematik und Naturwissenschaften erwerben. Neben Mathematik sollten zwei naturwissenschaftliche/technische Fächer bzw. Informatik durchgehend bis zum Schulabschluss verpflichtend sein. Zudem muss die MINT-Lehreraus- und -weiterbildung reformiert werden (BDA-Positionspapier Lehrerbildung). Anwendungsorientierter und alltagsbezogener Unterricht muss die Norm werden. Dazu sollten auch verstärkt Kooperationen mit außerschulischen Partnern (z. B. Betriebe, Science Centern) eingegangen werden. Politik und Hochschulen müssen zudem alles tun, um die überdurchschnittlich hohe Studienabbrecherquote in den MINT-Fächern deutlich zu senken, z. B. durch eine verbesserte Betreuungsquote und zusätzliche Brückenkurse, die den Übergang von Schule zu Hochschule erleichtern. Generell muss durch einen Ausbau der Beruflichen Orientierung an den Schulen – auch den Gymnasien - stärker für eine MINT-Berufsausbildung geworben werden.

MINT-Reporting liefert Zahlen und Fakten

Halbjährlich im Frühjahr sowie im Herbst legt das IW Köln im Auftrag von Gesamtmetall, BDA und der Initiative „MINT Zukunft schaffen“ einen umfassenden Bericht zur zukünftigen MINT-Arbeitsmarktentwicklung sowie zur Entwicklung der Qualität und Quantität der MINT-Bildung in Schulen und Hochschulen vor. Damit misst die Wirtschaft einerseits die Wirksamkeit ihrer zahlreichen MINT-Aktivitäten und andererseits, ob in Politik, Schulen und Hochschulen die notwendigen Änderungsprozesse erfolgt sind und fruchten.

Nationales MINT Forum – Gemeinsam für bessere MINT-Bildung
Die BDA engagiert sich im Nationalen MINT Forum. Dort haben sich über 30 Institutionen zusammengeschlossen, die sich für die Förderung der Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik einsetzen. Gegründet wurde der Zusammenschluss im Jahr 2012 auf Initiative von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und der Initiative "MINT Zukunft schaffen" in enger Kooperation mit der BDA.

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