Neustart für Bildungsgerechtigkeit – Neun Punkte für eine datengestützte Schulentwicklung

 

BDA AGENDA 01/26 | EXTRA DER WOCHE | 08. Januar 2026

Neustart für Bildungsgerechtigkeit – Neun Punkte für eine datengestützte Schulentwicklung

Die Schulleistungen in Deutschland sind alarmierend. Internationale und nationale Studien zeigen: Wir verlieren den Anschluss. Bildungspolitik muss jetzt handeln – mit klarer Priorität: Bildung für alle. Kein junger Mensch darf zurückgelassen werden. Schulqualität und Bildungsgerechtigkeit gehören zusammen. Wer Chancengleichheit will, muss die Qualität des Unterrichts gezielt verbessern. Die BDA fordert deshalb einen echten Neustart: Datengestützte Schulentwicklung muss zum Leitprinzip werden – für mehr Bildungsgerechtigkeit und bessere Zukunftschancen.

Was heißt das konkret?

Es braucht eine neue Kultur des systematischen Hinschauens und Förderns. Lernstände müssen regelmäßig und transparent erfasst, individuelle Förderung gezielt ermöglicht und Fortschritte sichtbar gemacht werden. Daten sind kein Selbstzweck, sondern Grundlage für wirksame Unterstützung – von kostenfreier Nachhilfe über digitale Tools bis zu praxisnahen Fortbildungen für Lehrkräfte. Entscheidend ist: Diagnostik muss konkrete Hilfen nach sich ziehen.

Neun Punkte für eine bessere Schulqualität:

  1. Ausgangslage erfassen: Lernstände systematisch analysieren, um gezielte Förderung zu ermöglichen.
  2. Leitziele priorisieren: Wenige, zentrale Ziele verbindlich festlegen – Basiskompetenzen sichern, Schwächen abbauen, Stärken fördern.
  3. Daten sparsam und zielgerichtet erheben: Nur relevante Informationen erfassen, transparent und anonymisiert.
  4. Schul- und Unterrichtsentwicklung neu starten: Datenbasiert Maßnahmen ableiten, Schulen eigenverantwortlich stärken.
  5. Unterstützung verlässlich bereitstellen: Diagnostik muss zu konkreten Hilfsangeboten führen – von Nachhilfe bis zu digitalen Lernsystemen.
  6. IT-Struktur sichern, KI nutzen: Digitale Infrastruktur und Datenschutz gewährleisten, KI-Tools gezielt einsetzen.
  7. Berufliche Orientierung stärken: Verbleib der Absolventen erfassen, Daten zwischen Schulen und Arbeitsagenturen zuverlässig austauschen.
  8. Schüler-ID und Bildungsverlaufsregister: Bundesweit kompatible, datenschutzkonforme Schüler-ID einführen, Bildungsverläufe systematisch dokumentieren.
  9. Neustart im Bildungsmonitoring: Bundesweite Leitziele vereinbaren, Monitoring als Steuerungsinstrument etablieren.

Fazit:
Deutschland braucht einen Bildungsgipfel von Bund und Ländern, der bundesweite Leitziele festlegt und die datengestützte Schulentwicklung entschlossen vorantreibt. Länder wie Kanada und Estland zeigen, was möglich ist. Jetzt ist der Moment für ein starkes Signal: Für bessere Schulqualität, mehr Gerechtigkeit – und echte Teilhabe für alle jungen Menschen.