Ausbildung in der Krise: Jetzt nicht nachlassen!


BDA AGENDA 03/21 | THEMA DER WOCHE

Trotz Corona-Pandemie sind die Chancen junger Menschen auf einen Ausbildungsplatz weiterhin gut: In der Nachvermittlung standen für 76.600 gemeldete Bewerberinnen und Bewerber 74.600 gemeldete Ausbildungsplätze zur Verfügung. Bei den gemeldeten Bewerberinnen und Bewerbern werden auch die rund 20.000 Personen mitgezählt, die bereits in eine Alternative eingemündet sind und ihren Vermittlungswunsch aufrecht erhalten. Gute Chancen für Jugendliche zeichnen sich auch für das kommende Ausbildungsjahr ab. Im Januar standen pro Bewerberin/Bewerber rechnerisch 1,37 Ausbildungsstellen zur Verfügung. Grund dafür ist, dass die Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber mit – 11,3 % im Vorjahresvergleich noch deutlicher zurückgegangen ist als die der gemeldeten Ausbildungsstellen (- 8,3 %). Für die Unternehmen wird die Herausforderung noch größer, geeignete Jugendliche für ihre Ausbildungsplätze zu finden.

Für das Ausbildungsjahr 2021/22 gilt: Überall dort, wo es trotz wirtschaftlicher Herausforderungen möglich ist, muss an Ausbildung festgehalten werden. Ein kraftvoller Neustart nach der Krise wird erleichtert, wenn eine junge, gut ausgebildete Generation an allen Bereichen unseres gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens Teil hat. Je stärker die Unternehmen im kommenden Jahr mit eigener Ausbildung für künftige Fachkräfte sorgen, desto besser wird dies gelingen. Dabei kann das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ unterstützen. Wichtiger denn je ist die frühzeitige Ansprache der Jugendlichen. Die pandemiebedingt fehlende Präsenz der Berufsberatung an den Schulen und die eingeschränkten persönlichen Zugangsmöglichkeiten zur Berufsberatung/Ausbildungsvermittlung  machen dies aktuell zur Herausforderung. Doch auch in digitalen Kommunikations-Formaten, die Einblicke in die Arbeitswelt geben, oder auf virtuellen Berufsorientierungs-Messen können Jugendliche für eine Ausbildung gewonnen werden.

Auch die jungen Menschen sollten nicht abwarten, sondern die vielfältigen Chancen auf praxisnahe Ausbildung im Betrieb nutzen und aktiv ihre Zukunftsplanung angehen. Als Unterstützer sind neben den Berufsberatern der Bundesagentur für Arbeit auch die Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern gefordert.

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