Internationaler Sozialer Dialog unentbehrlich für die globale Wirtschaftsordnung des 21. Jahrhunderts


BDA AGENDA 28/21 | Thema der Woche | 09. Dezember 2021

Die Internationale Arbeitskonferenz (IAK) als höchstes Organ der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) stellt die Weichen für die sozialverträgliche Transformation der Weltwirtschaft

 

Im Rahmen der zweiten Session der diesjährigen Internationalen Arbeitskonferenz verhandeln Regierungen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen über zwei Themen, die aktuell zu den größten Herausforderungen für die globale Wirtschaftsordnung und ihrer Transformation hin zu mehr klimafreundlichen Technologien zählen: „Ungleichheiten und die Welt der Arbeit“ und „Qualifikationen und Lebenslanges Lernen für die Zukunft der Arbeit“.

Ungleichheiten und die Welt der Arbeit – dynamische, inklusive Arbeitsmärkte und produktive Unternehmen schaffen faire Lebensbedingungen

Ungleichheit ist ein vielschichtiges Konzept, welches nicht auf Einkommens- oder Lohnungleichheit reduziert werden darf. Im Ausschuss „Ungleichheiten“ setzen sich die Arbeitgeber daher für eine differenzierte Analyse unter Berücksichtigung exogener Faktoren ein. Fortschritte beim Rückgang der Ungleichheit zwischen den Ländern und bei der Reduzierung extremer Armut müssen anerkannt werden. Bildung und Beschäftigung sind dabei die zwei wichtigsten Faktoren. Produktivitätsverbesserungen und die Gewährleistung eines nachhaltigen Unternehmertums sind wichtige Triebkräfte für die Reduzierung von Ungleichheiten. Höhere Belastungen für Unternehmen oder zusätzliche Regulierung sind zu vermeiden, da sie Beschäftigungschancen einschränken. Höhere Lohnzusatzkosten senken das verfügbare Haushaltseinkommen der Arbeitnehmer. Die Arbeitgebergruppe setzt auf einen faktenbasierten Ansatz, wonach Strategien, die sich als wirksam erwiesen haben, als Inspiration für andere Länder und Situationen dienen können. Die sehr unterschiedlichen nationalen Gegebenheiten müssen dabei berücksichtigt werden, deshalb kann es auf globaler Ebene keine einheitliche Lösung geben.

Qualifikationen und lebenslanges Lernen – unabdingbare Voraussetzungen für die Zukunft der Arbeit

Die Diskussion wird von der bedeutenden Rolle der Aus- und Weiterbildung in einer sich ständig ändernden Arbeitswelt geleitet. Angepasste und an den Anforderungen des Arbeitsmarkts orientierten Qualifikationen sind unabdingbare Voraussetzungen für die Verbesserung der Produktivität der Unternehmen und einen erfolgreichen Strukturwandel der Arbeitswelt.

Im Ausschuss „Qualifikationen“ setzen sich die Arbeitgeber insbesondere für die Anerkennung und Stärkung der Rolle des sozialen Dialogs und für die enge Einbeziehung der Sozialpartner in die Steuerung der Qualifizierungssysteme ein. Die Arbeitgeberseite spricht sich gegen die Einführung eines universellen Anspruchs auf lebenslanges Lernen aus, zumal weder Ausgestaltung noch Finanzierung klar sind. Die gezielte Qualifizierung von Beschäftigten ist grundsätzlich Aufgabe der Unternehmen und Beschäftigten selbst. Ein universeller Anspruch jedes Individuums auf lebenslanges Lernen ist als nicht zielführend abzulehnen.

Die Arbeitgeber setzen sich für ausgewogene Schlussfolgerungen ein, die die spezifischen Gegebenheiten der Ausbildungssysteme der ILO-Mitgliedstaaten berücksichtigen und respektieren. Normative Ansätze zur Finanzierung von Qualifizierung wie z.B. Ausbildungsfonds“ dürfen nicht undifferenziert empfohlen werden.

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