Hannover Messe 2021 – Deutschland muss digitaler Vorreiter werden


BDA AGENDA 08/21 | THEMA DER WOCHE

Diese Woche findet in Hannover wieder das weltweit größte Treffen der Industrie statt – erstmals voll digital. Unter dem Leitthema „Industrial Transformation“ dreht sich alles um neue Technologien für die Industrie der Zukunft.

Die Hannover Messe ist jedes Jahr DAS globale Schaufenster in die Zukunft der Industrie. Mit dem diesjährigen Partnerland Indonesien, hat sich die Messe nicht nur ein rohstoffreiches Land und die größte Volkswirtschaft im südostasiatischen Staatenbund ASEAN (virtuell) nach Hannover geholt, sondern auch einen aufstrebenden industriellen Global Player. Leitthema der Hannover Messe ist 2021 die „Industrial Transformation“. Dabei wurde der Begriff Industrie 4.0 schon vor rund 10 Jahren in Hannover geprägt. Seitdem ist viel passiert. Mehr als 1.800 Aussteller präsentieren Ihre Errungenschaften von KI bis Robotik, von C02-neutraler Produktion bis Logistics 4.0. Im Vordergrund stehen technologische Innovationen und Lösungen: Welche Rolle spielt KI in der Industrie? Wie generiere ich Mehrwert aus meinen Daten? Welches Potenzial bietet Wasserstoff für die Industrie und Mobilität? 

Die Hannover Messe zeigt deutlich, welch enormes Potential in diesen neuen Technologien steckt. Gerade für eine global eng vernetzte und hochtechnologisierte Volkswirtschaft wie Deutschland bieten sie enorme Chancen, um bestehende Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln und neue zu erschließen. In der digitalen Transformation liegt die Wertschöpfung der Zukunft.

Wichtig ist, dass Deutschland im internationalen Wettbewerb weiter eine führende Rolle spielt. Denn die globale Konkurrenz schläft nicht. Auch das zeigt die Messe. Wir müssen in Deutschland den digitalen Wandel in Wirtschafts- und Arbeitswelt in Deutschland aktiv und positiv gestalten. Neue Ideen brauchen Freiraum und lassen sich schlecht in einem engen politischen Korsett entwickeln. Stattdessen ist ein innovationsfördernder und flexibler gesetzlicher Rahmen notwendig. Starre Arbeitszeitgesetze z. B. müssen in das Zeitalter der Digitalisierung überführt und flexibler gestaltet werden. Auch der Datenschutz muss neu gedacht werden, um den Einsatz innovativer Technologien zu ermöglichen und zu fördern.

Unser Ziel muss es sein, dass Investitionen in Deutschland und Europa gelingen und die Arbeitsplätze hier entstehen. Bildung und Weiterbildung werden dabei der zentrale Schlüssel für die Schaffung von Teilhabechancen für alle in einer digitalisierten Arbeitswelt sein. Wir brauchen kluge Köpfe für die Arbeitswelt der Zukunft. Und mehr noch: Wir brauchen endlich einen mentalen Wandel, der die Lust auf Zukunft zum Leitmotiv des Handels in Wirtschaft und Politik macht. Offenheit für neue Technologien, Geschäftsmodelle und Beschäftigungsformen ist dabei zentral.

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