Die Systemgastronomie: Branche der Chancen und Integrationsmotor


BDA AGENDA 07/24 | KOMMENTAR DER WOCHE | 4. April 2024

Matthias Kutzer, Präsident des Bundesverbands der Systemgastronomie e.V.

Demografischer Wandel und ein verschärfter Fachkräftemangel sind Hauptargumente für die Notwendigkeit, die Zuwanderung von Arbeitskräften aus dem Ausland zu forcieren. Erfolg und Wachstum der deutschen Wirtschaft sind hiervon maßgeblich abhängig. Dies gilt auch für die Systemgastronomie, denn wir sind eine innovative Branche, die mit starken Marken täglich rund vier Millionen Gästen ein kulinarisches Erlebnis bietet und Orte der Zusammenkunft schafft.

Der Bundesverband der Systemgastronomie e. V. (BdS) und seine Mitgliedsunternehmen stehen für Vielfalt und Weltoffenheit. Unsere Unternehmen sehen sich als Chancengeber für alle Menschen – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Alter oder Bildungsabschluss. Wir bieten jeder und jedem einen sicheren Arbeitsplatz mit fairen Arbeitsbedingungen. Die Systemgastronomie ist eine Branche mit unbedingtem Integrationswillen und einer großen Integrationskraft. Und dass diese Integration gelingt, zeigt sich im Arbeitsalltag unserer Restaurants, in denen Menschen aus rund 150 Nationen beschäftigt sind und eine berufliche Heimat gefunden haben.

Natürlich sind wir, wie andere Branchen auch, stets auf der Suche nach Fach- und Arbeitskräften, um unsere wirtschaftliche Zukunft zu sichern. Und hier ist die Politik gefragt. Es muss einfacher werden, Menschen aus dem Ausland zu beschäftigen. Das Gesetz zur Weiterentwicklung der Fachkräfteeinwanderung, verbunden mit der Chancenkarte, Westbalkanregelung und den erweiterten Möglichkeiten einer Beschäftigung von Menschen aus Drittstaaten ohne besondere berufliche Qualifikation, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings sind bürokratische Hindernisse noch längst nicht abgebaut. Die Verwaltungsverfahren sind nach wie vor zu komplex und werfen Unternehmen unnötig Steine in den Weg. Oftmals ist die Beantragung von Aufenthaltstiteln bei den Auslandsvertretungen mit aufwändigen Nachweisen und sehr langen Wartezeiten verbunden, zum Teil werden Termine nur per Losverfahren vergeben. Ein Unding!

Verständlich, dass jeder Antrag geprüft werden muss, aber diese Verzögerung steht im Widerspruch zu praktischen Anforderungen der Arbeitgeber. Auch die erweiterte Anerkennungsmöglichkeit von im Ausland erworbener Qualifikationen ist nicht praxistauglich. Die Zuwanderung von Fachkräften aus außereuropäischen Ländern wird ausschließlich auf das Vorhandensein formaler Qualifikationen beschränkt. Doch wenn ihnen diese fehlt, bleiben sie vom Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt ausgeschlossen. Die Neuregelungen bei der Zuwanderung können so nicht ihre volle Wirkung entfalten und werden zum Hemmschuh.

Um das für die Systemgastronomie und andere Branchen so wichtige Potenzial von Arbeitnehmenden aus dem Ausland besser ausschöpfen zu können, müssen Visa- und Verwaltungsverfahren beschleunigt, bürokratische Hürden abgebaut und die Auslandsvertretungen personell besser ausgestattet werden. Hieran führt für mich kein Weg vorbei und hierfür wird sich der BdS weiterhin tatkräftig positionieren.

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