BDA-Arbeitgeberbarometer

Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von Unternehmen in Deutschland im Herbst 2025

EINLEITUNG

Wie geht es der deutschen Wirtschaft? Dieser Frage geht die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) in Kooperation mit der forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH nach. Für das BDA-Arbeitgeberbarometer werden jedes Quartal rund 1000 Unternehmen mit mindestens zehn Mitarbeitern befragt.

Die wichtigsten Probleme für die Unternehmen

Wichtige Probleme für das eigene Unternehmen

 

Den Unternehmen wurden konkret verschiedene Probleme vorgelegt mit der Bitte anzugeben, inwieweit dieser Aspekt für ihr eigenes Unternehmen zur Zeit ein großes Problem darstellt.

Für 82 Prozent der Unternehmen stellen Vorschriften und bürokratische Anforderungen ein großes oder sehr großes Problem dar.

Für jeweils 70 Prozent der Unternehmen sind darüber hinaus die Unsicherheit über politische Richtungsentscheidungen in der Wirtschafts- und Sozialpolitik, der Arbeits- und Fachkräftemangel sowie zu hohe Arbeitskosten ein großes bzw. sehr großes Problem.

Knapp zwei Drittel (66 %) sehen in der Belastung durch Sozialversicherungsabgaben ein großes Problem für ihr Unternehmen.

82%

... sehen sehr großes Problem bei Vorschriften und bürokratischen Anforderungen.

Einschätzungen zur wirtschaftlichen Lage

Bewertung der wirtschaftlichen Lage des eigenen Unternehmens

Zwei Drittel der Unternehmen (67 %) bewerten die derzeitige wirtschaftliche Lage ihres Unternehmens als gut oder sehr gut. Ein Drittel (33 %) hingegen bewertet die Situation ihres Unternehmens als weniger gut oder schlecht.

 

Erwartungen zur Entwicklung der wirtschaftlichen Lage des eigenen Unternehmens

Für die kommenden drei Monate erwarten nur 13 Prozent der Unternehmen eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage.

86 Prozent erwarten keine Veränderung (66 %) oder aber eine Verschlechterung (20 %).

Erwartungen zur Entwicklung der Mitarbeiterzahl in den Unternehmen

20 Prozent der Unternehmen planen in den kommenden drei Monaten eine Erhöhung ihrer Mitarbeiterzahl.

11 Prozent gehen von einer Verringerung und 68 Prozent von keiner Veränderung ihrer Belegschaft aus.

Wirtschaftserwartungen für Deutschland

Überwiegend negativ fallen die Erwartungen der Unternehmen im Hinblick auf die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland aus.

So erwarten nur 9 Prozent der Unternehmen für die nächsten sechs Monate eine Verbesserung, 51 Prozent hingegen eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland.

39 Prozent rechnen mit keiner Veränderung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage im Land.

Zufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung

Zufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung generell


Mit der Arbeit der Bundesregierung generell ist zur Zeit nur eine Minderheit von 21 Prozent der Unternehmen zufrieden oder sehr zufrieden.

Mehr als drei Viertel (77 %) sind mit der Arbeit der Bundesregierung insgesamt weniger oder gar nicht zufrieden.

Am unzufriedensten zeigen sich die Unternehmen mit 50 bis 249 Mitarbeitern.

Zufriedenheit mit Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung

Noch etwas negativer fällt das Urteil der Unternehmen zur Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung aus.

Lediglich 17 Prozent sind konkret mit der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung zufrieden, 82 Prozent sind damit dagegen weniger oder gar nicht zufrieden.

Rekrutierung von Bewerbern

Probleme bei der Besetzung offener Stellen?

Zwei Drittel der Unternehmen (68 %) haben konkrete Probleme bei der Besetzung offener Stellen und bei der Rekrutierung geeigneter Bewerber.

Wichtige Gründe für Probleme bei der Besetzung offener Stellen

Bei der Rekrutierung von Bewerbern für offene Stellen ist das größte Problem aus Sicht der Unternehmen, dass es allgemein zu wenige bzw. keine Bewerberinnen und Bewerber gibt (83 %).

Zwei Drittel der Unternehmen (66 %), die mit Problemen bei der Besetzung offener Stellen zu kämpfen haben, nennen darüber hinaus zu hohe Ansprüche und eine unzureichende Qualifikation der Bewerberinnen und Bewerber als Gründe für die Nichtbesetzung offener Stellen.

Dass der Bezug von Sozialleistungen zu attraktiv sei, halten 50 Prozent für einen wichtigen Grund für Probleme bei der Besetzung offener Stellen.

Ausbildung

Ausbildung im Unternehmen?

 
62 Prozent der Unternehmen bilden grundsätzlich aus – 40 Prozent tun dies in jedem Ausbildungsjahr, 22 Prozent nicht in jedem Jahr.

Von den größeren Unternehmen (mit mindestens 250 Mitarbeitern) bilden 85 Prozent jedes Jahr aus. Von den mittleren Unternehmen tut dies etwas mehr als die Hälfte, von den kleineren Unternehmen hingegen nur rund ein Drittel.

Anteil der besetzten Ausbildungsplätze im aktuellen Ausbildungsjahr

Von den ausbildenden Unternehmen konnten 51 Prozent im begonnenen Ausbildungsjahr mehr als 75 Prozent ihrer Ausbildungsplätze besetzen.

12 Prozent konnten mehr als 50 Prozent und 5 Prozent zwischen 25 und 50 Prozent ihrer Ausbildungsplätze besetzen.

29 Prozent der Unternehmen, die generell ausbilden, konnten hingegen im neuen Ausbildungsjahr weniger als 25 Prozent ihrer Ausbildungsplätze besetzen.

Wichtigste Rekrutierungswege zur Besetzung von Ausbildungsplätzen

Die von den ausbildenden Unternehmen mit Abstand am häufigsten genutzten Rekrutierungswege für die Besetzung von Ausbildungsplätzen sind Empfehlungen durch Mitarbeiter bzw. persönliche Netzwerke (86 %) und Praktika (81 %).

Weitere häufig genutzte Rekrutierungswege sind soziale Medien (61 %) und Kooperationen mit Schulen (59 %).

Jeweils ein Drittel der ausbildenden Unternehmen greift bei der Rekrutierung von Auszubildenden auf den Arbeitgeberservice der Bundesagentur für Arbeit (36 %) zurück, nutzt Ausbildungsmessen (35 %) oder schaltet Anzeigen auf Stellenportalen (32 %).

Größte Probleme bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen

Das mit Abstand häufigste Problem bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen ist nach Einschätzung der betroffenen Unternehmen (die aktuell weniger als 75 Prozent ihrer Ausbildungsplätze besetzen konnten), dass es insgesamt zu wenige oder keine Bewerberinnen und Bewerber gibt (76 %).

Etwas mehr als die Hälfte nennt auch die unzureichende Qualifikation für die ausgeschriebenen Ausbildungsplätze (54 %) sowie zu hohe Ansprüche der Bewerberinnen und Bewerber (51 %), etwa im Hinblick auf Gehalt und Arbeitszeiten.

40 Prozent der betroffenen Unternehmen sehen ein großes Problem bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen darin, dass der Bezug von Sozialleistungen zu attraktiv sei, während 34 Prozent die mangelnde Mobilität von Bewerberinnen und Bewerbern beklagen.