09.12.2016

Zufriedene Arbeitnehmer in Europa

Die EU-Agentur Eurofound hat ihren sechsten Bericht zu Arbeitsbedingungen in Europa vorgestellt. Erkennbare Trends sind die Reduzierung von Arbeitsintensität und Steigerung der Arbeitszeitqualität. Die seit 1991 durchgeführte Studie beleuchtet die Arbeitsbedingungen und Arbeitsplatzqualität von Arbeitnehmern und Selbständigen in Europa.
Die Studie von Eurofound basiert auf 43.000 Interviews, die im Jahr 2015 in 35 europäischen Ländern (alle 28 EU-Mitgliedstaaten, die EU-Beitrittskandidaten Albanien, Republik Mazedonien, Montenegro, Serbien, Türkei sowie die Schweiz und Norwegen) geführt wurden. In den Interviews wurden die Arbeitsbereiche physisches Umfeld, Arbeitsintensität, Arbeitszeitqualität, soziales Umfeld, Kompetenzen und Entscheidungsfreiheit, Perspektiven und Verdienst behandelt.

1975 gegründet, hat Eurofound den Anspruch die Arbeits- und Sozialpolitik der EU wissenschaftlich zu unterstützen. Der Verwaltungsrat setzt sich aus 84 Vertretern von EU-Regierungen, Arbeitgebern und Arbeitnehmern sowie drei Vertretern der EU-Kommission zusammen. Die deutschen Arbeitgeber sind über den Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) mit einem Sitz vertreten.

Positive versus negative Ergebnisse

Eine erfreuliche Mehrheit von 85 Prozent sind mit ihren Arbeitsbedingungen voll zufrieden oder zufrieden. Dies ist ein Anstieg von 3 Prozent im Vergleich zum Jahr 2000. 81 Prozent der Befragten berichten, dass ihre beruflichen sowie familiären und gesellschaftlichen Verpflichtungen gut miteinander vereinbar sind. Von einem positiven sozialen Klima und guter Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen berichten 89 Prozent. Erfreulich ist zudem, dass fast 9 von 10 der Befragten sagen, dass sie gut oder sehr gut über die ihre Arbeit betreffenden Gefährdungen informiert sind.

22 Prozent der Befragten berichteten von mehrmaligem Arbeiten pro Monat in ihrer Freizeit. Auf die Woche verteilt liegt diese Zahl jedoch nur noch bei 7 Prozent und täglich lediglich bei 2 Prozent. 34 Prozent der Befragten erklären, dreiviertel ihrer Arbeitszeit unter hohem Zeitdruck arbeiten zu müssen. Diese Zahlen sind jedoch seit 2005 stabil und der Anteil der Befragten, die die meiste Zeit unter hohem Zeitdruck arbeiten, sogar leicht rückläufig (34 Prozent in 2015, 35 Prozent in 2005).

Wenngleich die Ergebnisse der Studie als Arbeitsgrundlage nützlich sein können, sollte berücksichtigt werden, dass sie das Resultat subjektiver Wahrnehmung z. B. von beruflicher Perspektive, Verdienst oder Arbeitszeitqualität sind.

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erstellt von: Anne Meister (BDA)

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