27.03.2018

Solidarisches Grundeinkommen geht am Ziel vorbei, Langzeitarbeitslosigkeit zu bekämpfen

Zur Diskussion über das solidarische Grundeinkommen erklärt Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer:
Die Unternehmen suchen seit Jahren auf allen Ebenen und Qualifizierungsstufen händeringend nach Arbeitskräften – Tendenz noch immer steigend. Diese große Chance muss genutzt werden, gerade Langzeitarbeitslose verstärkt für den ersten Arbeitsmarkt fit zu machen.

Die Kernidee des solidarischen Grundeinkommens ist nichts anderes als der massive Aufbau künstlicher Beschäftigung, die im unternehmerischen Wettbewerb keine Chance hat. Das ist in Zeiten von Rekordbeschäftigung und Wirtschaftswachstum ein Irrweg.

Das solidarische Grundeinkommen geht an dem Ziel vorbei, Langzeitarbeitslosigkeit nachhaltig zu bekämpfen. Man gibt es auf, mit den arbeitslosen Menschen eine echte Chance auf Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt zu erarbeiten und verweist massenweise auf künstliche Beschäftigung, die eigentlich nur ausnahmsweise und in schwierigsten Einzelfällen vertretbar ist.

Das solidarische Grundeinkommen setzt nicht auf das Prinzip von 'Fördern und Fordern'. Unser Sozialsystem beruht aber zu Recht auf dem Grundsatz, dass sich jede und jeder zunächst eigenverantwortlich um die Sicherung des eigenen Lebensunterhalts bemüht. Deshalb unterscheidet sich das laut Konzeption immer freiwillige sogenannte solidarische Grundeinkommen auch nicht prinzipiell vom bedingungslosen Grundeinkommen. Jede Solidargemeinschaft muss aber zerfallen, wenn Arbeit und Eigenanstrengung etwas werden, das man jederzeit tun oder auch beliebig lassen kann.