30.10.2014

Ausbildungsmarkt 2014: Wirtschaft zeigt großes Engagement

Zur Bilanz des Ausbildungsjahres 2014 erklären die Präsidenten von DIHK, ZDH, BFB und BDA, Dr. Eric Schweitzer, Hans Peter Wollseifer, Dr. Horst Vinken und Ingo Kramer:
Die deutschen Unternehmen beweisen Verantwortung und großes Engagement. Sie eröffnen jungen Menschen Zukunftschancen als Fachkräfte, indem sie auch unter schwierigen Rahmenbedingungen ausbilden. Das zeigen die Zahlen der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in den Bereichen von Industrie und Handel, Handwerk und Freien Berufen. Die Wirtschaft wird sich auch in einer neuen Allianz für Berufliche Bildung für dieses wichtige Element der Fachkräftesicherung in Deutschland einsetzen.

Trotz eines wiederum deutlichen Rückgangs der Schulabgänger um fast 6 Prozent und eines zusätzlich ungebrochenen Trends zum Studium gehen die Vertragszahlen der drei Wirtschaftsbereiche im Vorjahresvergleich nur ganz leicht zurück.

Bei den Industrie- und Handelskammern wurden bis Ende September 303.129 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen; das sind 6.336 oder 2,0 Prozent weniger als im Vorjahr. In Westdeutschland liegt der Rückgang bei -2,1 Prozent, im Osten Deutschlands bei -2.0 Prozent.

Im Handwerk wurden im gleichen Zeitraum 128.498 neue Ausbildungsverträge eingetragen und damit 2.123 bzw. 1,6 Prozent weniger als 2013. In Westdeutschland liegt der Rückgang bei -1,7 Prozent und in Ostdeutschland bei -0,9 Prozent.

Im Bereich der Freien Berufe konnten bis Ende September 41.729 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen werden. Das sind 610 Verträge bzw. 1,4 Prozent weniger als im Vorjahr. In Westdeutschland ist ein Rückgang von -1,5 Prozent, in Ostdeutschland von -1,3 Prozent zu verzeichnen.

Die Unternehmen engagieren sich stark, um sich trotz sinkender Bewerberzahlen Fachkräfte durch Ausbildung zu sichern. Dadurch erhalten auch immer mehr leistungsschwächere Jugendliche Ausbildungschancen. Rund 75 Prozent der Hauptschüler gehen inzwischen in eine betriebliche Ausbildung.

Die Bilanz verdeutlicht aber auch die wachsenden Besetzungsschwierigkeiten der Unternehmen. Im Bereich der IHKs und des Handwerks konnten im vergangenen Jahr rund 100.000 Ausbildungsplätze nicht besetzt werden. Auch bei den Freien Berufen blieben viele Ausbildungsstellen frei. Trotz ihres konkreten Ausbildungsangebots macht die Nichtbesetzung dieser Plätze viele ausbildungsbereite Unternehmen statistisch zu nicht ausbildenden Unternehmen.

Die Wirtschaft steht zu ihrem Versprechen aus dem Ausbildungspakt, dass jeder ausbildungswillige und -fähige Jugendliche ein Ausbildungsangebot erhält. Ziel muss es sein, die vielen offenen Ausbildungsstellen der Unternehmen und ausbildungssuchende Jugendliche passgenau und frühzeitig im Ausbildungsjahr zusammenzubringen. Gefragt sind dabei gezielte Hilfen für leistungsschwächere Jugendliche, aber auch Unterstützung für kleine und mittlere Betriebe, die Jugendliche mit Förderbedarf ausbilden wollen. Verschiedene Formen der „assistierten Ausbildung“ sind hierfür besonders geeignet.

Im Fokus einer künftigen Allianz muss die Stärkung der Beruflichen Bildung stehen. Dazu gehört eine umfassende und praxisnahe Berufsorientierung in der Schule. Auch Gymnasien müssen künftig noch besser über die Chancen und Perspektiven einer dualen Ausbildung informieren.



PRESSE - INFORMATION Nr. 065/2014, 30. Oktober 2014

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