26.11.2018

MINT-Lücke erreicht mit 337.900 fehlenden Arbeitskräften neuen Oktober-Rekordwert – BDA: DigitalPakt Schule endlich umsetzen!

Den Unternehmen fehlten im Oktober 337.900 Arbeitskräfte im sogenannten MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik).
Damit erreicht die Lücke einen neuen Oktober-Rekordwert und hat sich innerhalb von drei Jahren verdoppelt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat nahm die Zahl der offenen MINT-Stellen um fast sechs Prozent zu und liegt aktuell bei knapp 500.000.

„Gute MINT-Bildung ist auch gute digitale Bildung. Darum muss der DigitalPakt Schule endlich zügig umgesetzt werden“, so lautet die zentrale Forderung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). „Wir können die Chancen der Digitalisierung nur nutzen, wenn auch unser Bildungssystem die jungen Menschen auf eine Arbeitswelt 4.0 vorbereitet.“

Prof. Dr. Axel Plünnecke, Leiter Kompetenzfeld Bildung, Zuwanderung und Innovation am Institut der deutschen Wirtschaft Köln: „Die in der Vergangenheit nach Deutschland zugewanderten Personen mit einer MINT-Qualifikation tragen im Jahr 2017 mit rund 190 Milliarden Euro zur Wertschöpfung bei. Doch selbst die großen Erfolge bei der MINT-Beschäftigung von Älteren und Zuwanderern haben nicht gereicht, die Zunahme der Fachkräftelücke zu verhindern. Und für die Zukunft bedeuten Digitalisierung, Forschung und Demografie neue Herausforderungen für die Fachkräftesicherung.“

Dr. Michael Stahl, Geschäftsführer Bildung und Volkswirtschaft des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall: „MINT ist die Grundlage unserer Forschungs- und Innovationsfähigkeit, gerade in der Metall- und Elektro-Industrie. Deshalb brauchen wir auch noch mehr MINT-Kräfte, wenn wir die Forschungsausgaben in Deutschland auf 3,5 Prozent des BIP steigern wollen. Genauer gesagt: Die Zahl der MINT-Erwerbstätigen in den Forschungsabteilungen müsste von heute rund 1,1 Millionen um etwa 220.000 auf 1,3 Millionen zunehmen.“

Thomas Sattelberger MdB, Vorstandsvorsitzender der Initiative „MINT Zukunft schaffen“: „Der Anteil der jungen Menschen mit einer MINT-Berufsausbildung schrumpft von Jahr zu Jahr. Die Unternehmen steuern intensiv dagegen und haben seit 2013 deutlich mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen. Es bleiben aber weiterhin in hohem Umfang Ausbildungsplätze unbesetzt – 2017 fast 10.000 im MINT-Bereich. Darum müssen wir die Berufsorientierung in der Schule deutlich ausbauen, eine bundesweite Strategie für Lehrernachwuchs erarbeiten und die digitale Bildung an den Schulen und Berufsschulen ausbauen.“



Der MINT-Report wird zweimal jährlich vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt. Die Studie entsteht im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Bundesverbands der Deutschen Industrie, des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall und der Initiative „MINT Zukunft schaffen“.
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