01.10.2018

BDA, DIHK und ZDH treten Initiative Klischeefrei bei

Das Bündnis aus Bildung, Politik, Wirtschaft und Forschung setzt sich für eine Berufsorientierung frei von Geschlechterklischees ein.
Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) treten heute gemeinsam der Initiative Klischeefrei bei. Das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) initiierte Bündnis aus Bildung, Politik, Wirtschaft und Forschung setzt sich für eine Berufsorientierung frei von Geschlechterklischees ein. Die Schirmherrschaft hat Elke Büdenbender.

Nach wie vor orientieren sich Mädchen und Jungen sowie Frauen und Männer auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland sehr unterschiedlich. Das gilt für Ausbildungswege, Ausbildungsberufe und Studiengänge. So sind Jungen bei der dualen Ausbildung mit 60 Prozent überdurchschnittlich stark vertreten, Mädchen hingegen bei der vollzeitschulischen Ausbildung mit 70 Prozent. Besonders beliebt bei Mädchen ist beispielsweise die Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement, zur medizinischen Fachangestellten oder zur Kauffrau im Einzelhandel. Jungen dagegen werden am häufigsten Kraftfahrzeugmechatroniker, Industriemechaniker und Elektroniker.

Geschlechter- und Rollenklischees haben also noch immer einen Einfluss auf das Berufswahlverhalten junger Menschen. Um dem entgegenzuwirken, setzen sich BDA, DIHK und ZDH als Partner der Nationalen Kooperationen zur Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterklischees für eine vorurteilsfreie Berufswahl ein.

Statement Fachstelle Klischeefrei
„Wir freuen uns außerordentlich über den Beitritt dieser drei starken Wirtschaftsverbände. Mit ihnen gemeinsam wird es uns gelingen, bundesweit und mit breiter Wirkung, das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer geschlechtersensiblen Gestaltung innerbetrieblicher Ausbildungs- und Karrierewege zu schärfen - zum Vorteil aller Beteiligten“, erklärt Miguel Diaz, Projektleitung Fachstelle Klischeefrei.

Statement Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände e. V. (BDA)
„Wir wollen, dass junge Menschen das gesamte Berufsspektrum in den Blick nehmen und sich nicht davon leiten lassen, was vermeintliche Frauen- oder Männerberufe sind. Das Aufbrechen geschlechtsspezifischen Berufswahlverhaltens kann auch dazu beitragen, dem Fachkräftemängel entgegenzuwirken, zum Beispiel, wenn sich mehr Frauen für Berufe in den Bereichen IT, Mathematik, Naturwissenschaften oder Technik interessieren, und Männer keine Scheu haben, einen Beruf in den Bereichen Pflege und Erziehung zu ergreifen“, sagt Alexander Gunkel, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Die BDA begrüßt ausdrücklich, dass sich die Initiative Klischeefrei auf die Fahnen geschrieben hat, auch über Karrierechancen und Verdienste sowie die Zukunftsfähigkeit von Berufen zu informieren. „Viele junge Frauen entscheiden sich nach wie vor für Ausbildungsberufe und Studiengänge, die nur begrenzte Verdienstchancen bieten. Wir wollen das ändern und damit auch dazu beitragen, dass die noch bestehenden Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern geringer werden“, so Gunkel weiter.

Statement Deutscher Industrie- und Handelskammertag e. V. (DIHK)
„Zu oft folgen Jugendliche auch heute noch Geschlechterklischees und schränken damit ihre Berufswahl ein,“ begründet Achim Dercks, stellvertretender DIHK-Hauptgeschäftsführer, den Beitritt zur Initiative Klischeefrei. Es gelte daher, realistische Berufsbilder zu vermitteln z.B. durch Praktika - unabhängig vom Geschlecht. „Es ist ein Anliegen der Industrie- und Handelskammern, eine Berufswahl frei von Rollenbildern zu ermöglichen und Mädchen und Jungen gleichermaßen dabei zu unterstützen, ihre Talente und Potenziale zu entfalten, um einen Beruf zu finden, der zu ihren individuellen Stärken und Interessen passt. Nur so gelingt ein erfolgreicher Übergang in eine betriebliche Ausbildung und den Arbeitsmarkt und nur so können wir die von der Wirtschaft dringend benötigten Fachkräfte gewinnen und halten“, so Dercks.

Statement Zentralverband des Deutschen Handwerks e. V. (ZDH)
„Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sind immer noch geschlechterspezifisch aufgeteilt. Das ist leider so, gerade auch im Handwerk. Da gibt es nichts zu beschönigen. Viele Berufe sind männerdominiert, vor allem im Bereich Bau und Ausbau. Einige wenige Berufe wie etwa Friseur sind dagegen überwiegend in weiblicher Hand,“ sagt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke. „Allerdings registrieren wir auch erfreuliche Verschiebungen, sind junge Frauen in einigen vermeintlichen Männerberufen im Kommen – etwa in den Gesundheitshandwerken oder in den Lebensmittelhandwerken. Auch in technischen Berufen stellen unsere Betriebe fest, dass junge Frauen ein Gewinn sind. Deshalb ist die Initiative Klischeefrei richtig und wir sind gerne dabei. Die Handwerksorganisation engagiert sich mit verschiedenen Initiativen, verstärkt Mädchen und junge Frauen für die gewerblich-technischen wie auch die vielen sehr kreativen Berufe im Handwerk zu begeistern. Dabei kann das Handwerk mit interessanten Karrierewegen und einer guten Vereinbarkeit von Familie und Beruf punkten.“

Weitere Informationen zur Initiative Klischeefrei unter: www.klischee-frei.de