11.05.2018

Internationaler Tag der Pflege

Zum morgigen internationalen Tag der Pflege am 12. Mai 2018 erklärt die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände:
Der Altenpflegeberuf muss vor allem auch für normal Begabte junge Menschen mit Herzenswärme, Empathie und Geduld als attraktive Fachqualifizierung erhalten bleiben. Ein Abdrängen dieser jungen Menschen aus einem zukunftsträchtigen, voll qualifizierenden Beruf in reine Helfertätigkeiten kann nicht in Betracht kommen.

Der Verordnungsentwurf der Bundesregierung zur Ausbildung und Prüfung in den Pflegeberufen darf nicht zu einer Verwissenschaftlichung und Überforderung dieser jungen Menschen in der Ausbildung führen und muss jetzt gezielt nachjustiert werden.


Laut Verordnungsentwurf müssten alle Auszubildenden in der Altenpflege z. B. über ein „breites Verständnis von spezifischen Theorien und Modellen zur Pflegeprozessplanung“ sowie von psychosomatischen Zusammenhängen verfügen. Weiter sollen sie „pflegebezogene Daten anhand von pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen erheben und interpretieren.“ Eine derartige Akademisierung der Ausbildungsanforderungen setzt sich vielfach in den über 80 detailliert beschriebenen und theorielastigen Kompetenzanforderungen fort.

Über solche Anforderungen eines Studiums „Medizin light“ in der theoretischen Altenpflegeausbildung müssten viele von ihnen scheitern. Eine Verschärfung des Notstandes in der Altenpflege wäre die Folge.

Die zuständigen Ressorts sind jetzt gefordert, die notwendigen Änderungen vorzunehmen, damit die engagierten Fachkräfte in der Altenpflege sowie die pflegebedürftigen und hochbetagten Menschen und deren Familien nicht die Leidtragenden der Pflegeberufereform sein werden.


Hintergrund - Pflegeberufereform:

Nach dem im Juli 2017 durch den Deutschen Bundestag verabschiedeten Pflegeberufereformgesetz wird ab 2020 die generalistische Ausbildung zur/zum Pflegefachfrau/-mann eingeführt. Das bedeutet, dass ab 2020 die Auszubildenden der drei Pflegeberufe (Pflegefachleute, Altenpfleger/In und Kinderkrankenpfleger/In) in den ersten beiden Ausbildungsjahren die gleiche fachschulische Ausbildung bekommen. Im dritten Ausbildungsjahr werden die Auszubildenden gemäß ihrem Ausbildungsberuf fachschulisch getrennt ausgebildet. der Beruf des Krankenpflegers wird im Zuge der Reform abgeschafft. Auf Grundlage einer Evaluation wird der Deutsche Bundestag 2026 entscheiden, inwieweit die beiden Berufe Altenpfleger/In und Kinderkrankenpfleger/In beibehalten oder ebenfalls abgeschafft werden sollen.
Die konkreten Kompetenzen, die während der drei Pflegeausbildungen vermittelt werden sollen, werden in der Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung festgelegt. Am 3. und 4. Mai 2018 fand im Bundesministerium für Gesundheit eine Länder- und eine Verbändeanhörung zum aktuellen Referentenentwurf der Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung statt.


Hintergrund – Fachkräftemangel in der Altenpflege:

Altenpfleger/In ist ein Mangelberuf. Durchschnittlich bleibt eine offene Stelle in der Altenpflege gut 171 Tage unbesetzt, länger als bei jedem anderen Beruf. Im Jahresdurchschnitt lag der Bestand an gemeldeten offenen Stellen in der Altenpflege 2017 bei gut 23.000, bei einer berufsspezifischen Arbeitslosenquote von 0,7 % lag.