13.02.2020

GDA-Arbeitsrechtskongress

Für den Arbeitsrechtspezialisten, sei er Mitarbeiter in einem Verband, sei er Jurist in einem Unternehmen oder sei er Rechtsanwalt mit besonderer Expertise auf dem Gebiet des Arbeitsrechts, ist es unverzichtbar, sich über die aktuellen Entwicklungen auf dem Gebiet des Arbeitsrechts laufend zu unterrichten. Diese fundierten und für die Praxis unverzichtbaren Informationen vermittelte auch in diesem Jahr der Kongress Arbeitsrecht.
Das Arbeitsrecht ist einem ständigen Wandel unterworfen. Was gestern noch absolut lege artis war, kann heute im Abstellraum der arbeitsrechtlichen Geschichte liegen. Insbesondere eine auf vermeintliche Einzelfallgerechtigkeit abzielende Rechtsprechung ist auf dem Feld des Arbeitsrechts immer wieder für eine „Überraschung“ gut. Auch die arbeitsrechtliche Gesetzgebung schlägt manche Volte, die den interessierten Beobachter immer wieder überrascht zurücklässt.  
 
Das beste Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit ist die Teilzeit. Gestern wird ein Anspruch auf Teilzeit eingeführt, heute fällt einigen ein, dass Teilzeit angeblich „atypisch“ ist – ein Begriff, den niemand erklären kann – und dann kommt morgen die befristete Teilzeit als Ergänzung des unbefristeten Teilzeitanspruchs. Wie ein Unternehmen die gerissene Personallücke füllen soll, interessiert die Politik allerdings weniger – sie fabuliert lieber darüber, dass Befristungen eingeschränkt gehören.   
 
Im täglichen Prozess der Umsetzungen spezifischer arbeitsrechtlicher Vorschriften geht damit (leider) vielfach das Verständnis dafür verloren, was Arbeitsrecht dem Grunde nach ist: Privatrecht, welches in erster Linie durch die vertraglichen Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer fundiert sein sollte und für das auf Grund der Elemente des kollektiven Arbeitsrechts in Deutschland (Tarifautonomie, Betriebsverfassung und bedingt Unternehmensmitbestimmung) einige Besonderheit gelten, die nicht durch die Arbeitsvertragsparteien als solche, sondern durch andere Repräsentationsorgane bestimmt werden.  
 
Für den Arbeitsrechtspezialisten, sei er Mitarbeiter in einem Verband, sei er Jurist in einem Unternehmen oder sei er Rechtsanwalt mit besonderer Expertise auf dem Gebiet des Arbeitsrechts, ist es daher unverzichtbar, sich über die aktuellen Entwicklungen auf dem Gebiet des Arbeitsrechts laufend zu unterrichten. Diese fundierten und für die Praxis unverzichtbaren Informationen vermittelte auch in diesem Jahr der bereits zum fünfzehnten Mal ausgetragene Kongress Arbeitsrecht, der von der Gesellschaft für Marketing und Kommunikation der Deutschen Arbeitgeber (GDA) und der Zeitschrift Arbeit und Arbeitsrecht (AuA) in enger Kooperation und unter der Schirmherrschaft der BDA und ihres Arbeitgeberpräsidenten veranstaltet wurde.  
 
Schwerpunktthemen der diesjährigen Veranstaltung waren die aktuellen Rechtsentwicklungen, z.B. im europäischen Arbeitsrecht in Gestalt der sogenannten Whistleblowingrichtlinie, das Urlaubsrecht, die Themen flexible Arbeitszeit und mobiles Arbeiten sowie die Arbeitsvertragsgestaltung. Der Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer vermittelte den Teilnehmern eine Bewertung der nach dem Koalitionsvertrag möglicherweise noch drohenden Verschlechterungen im Arbeitsrecht durch den Gesetzgeber. 
 
Die Teilnehmer konnten aus Vorträgen, Ideenforen, Diskussionen und dem persönlichen Austausch ihre Kenntnisse der aktuellen Entwicklungen vertiefen und dadurch die Chance bekommen ihre Arbeit vor Ort erfolgreich zu gestalten.