Duales Studium

Das Duale Studium ist ein Erfolgsmodell. Die Angebote müssen daher weiter konsequent ausgebaut und die Kooperationen zwischen Hochschulen und Unternehmen gestärkt werden.

Das Duale Studium verbindet ein Studium an einer Hochschule oder Berufsakademie mit einer Berufsausbildung und/oder regelmäßigen Praxisphasen in einem Unternehmen. Meist geschieht dies im Rahmen der beruflichen Erstausbildung als ausbildungsintegrierender Studiengang (gleichzeitiger Abschluss von Studium und Ausbildung) oder praxisintegrierender Studiengang (Abschluss eines Studiums neben dem Beruf). Hinzu kommen Angebote im Bereich der beruflichen Weiterbildung.

Duale Studiengänge zeichnen sich dadurch aus, dass Berufspraxis und Studium organisatorisch und curricular miteinander verzahnt sind und zwischen den Studierenden und den Betrieben in der Regel eine vertragliche Bindung besteht (z.B. Ausbildungs-, Praktikanten- oder Arbeitsvertrag). Die Dauer eines dualen Studiums beläuft sich auf 3-4 ½ Jahre, abhängig vom konkreten Studiengang und der anbietenden Hochschule.

Hohe Nachfrage, wachsendes Angebot

Duale Studiengänge stehen bei Studierenden, Hochschulen, Berufsakademien und Unternehmen gleichermaßen hoch im Kurs. Bundesweit werden inzwischen in der Erstausbildung mehr als 1.500 duale Studiengänge angeboten, über 100.000 Frauen und Männer haben sich aktuell für einen dualen Studiengang entschieden, hierfür kooperieren über 48.000 Betriebe mit Hochschulen oder Akademien (Stand 2017). Die Tendenz ist weiter steigend.


Die Abbruchquoten im dualen Studium liegen mit 7 Prozent weit unter dem Durchschnitt anderer Bachelorstudiengänge (dort: 29 Prozent), die Übernahmequoten der Absolventinnen und Absolventen sind gleichbleibend hoch – alles Zeichen der hohen Qualität und Praxisrelevanz dualer Studiengänge. Das duale Studium ist ein Erfolgsmodell.

Die meisten dualen Studienangebote finden sich im Bereich der Wirtschaftswissenschaften, meist in Verbindung mit einer kaufmännischen Ausbildung, gefolgt von Angeboten in Informatik sowie Maschinenbau/Verfahrenstechnik. Ebenfalls groß ist Angebot in der Elektrotechnik und den Ingenieurswissenschaften, aber auch in den Bereichen Sozialwesen sowie Wirtschafts- und Gesellschaftslehre. In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Angebote im Bereich der beruflichen Erstausbildung nahezu verdoppelt.

Die Wirtschaft begrüßt diesen Trend ausdrücklich, denn von der Kombination einer praktischen Ausbildung in einem Betrieb mit einem Studium an einer Hochschule oder einer Berufsakademie profitieren alle Seiten: die Studierenden, die Hochschulen und die Unternehmen.

Vorteile für alle Beteiligten

Die Studierenden erwerben eine wissenschaftliche Qualifikation und fundierte Praxiserfahrungen. Bei einem ausbildungsintegrierenden Studiengang können sie am Ende zwei Abschlüsse vorweisen, zudem haben sie im Studium bereits ihre Organisationsfähigkeit, ihre Disziplin und Motivation bewiesen – wichtige Eigenschaften für die weitere berufliche Entwicklung.

Hochschulen gewinnen durch die intensive Kooperation mit Unternehmen und stärken die Praxisbezüge in der Lehre. Sie öffnen sich für Berufstätige, verbessern die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung und erweitern ihr Portfolio. Die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft fördert zudem den Wissens- und Technologietransfer.

Die Unternehmen können mit Hilfe von dualen Studiengängen den benötigten Fachkräftenachwuchs praxisnah ausbilden und binden qualifizierten Nachwuchs frühzeitig an sich. Auf diese Weise wird der Wettbewerb um die Rekrutierung von Fachkräften von der Zeit des akademischen Abschlusses an den Anfang der Ausbildung vorverlagert.

Duale Studienangebote weiter ausbauen

Auch mit Blick auf den Fachkräftemangel im MINT-Bereich begrüßt die Wirtschaft die positive Entwicklung im Bereich der dualen Studienangebote und unterstützt die Hochschulen beim weiteren Ausbau ihres Angebots. Gerade für die Stärkung regionaler Wirtschaftsstrukturen ist das Duale Studium wichtig. Die Zahl der beteiligten Unternehmen wächst ständig. Duale Studiengänge werden als wichtiger Baustein für eine innovative und nachhaltige Personalpolitik erkannt. Bis 2030 kann und soll sich die Zahl der dual Studierenden aus Sicht der Arbeitgeber verdoppeln. Voraussetzung dafür ist, dass sich das Fachspektrum weiter verbreitet – über Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwissenschaften und Informatik hinaus – und keine neuen Regularien und Bürokratiehürden errichtet werden.
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