03.12.2015

Deutschland verzeichnet international Spitzenwerte bei der Arbeitszufriedenheit

Der DGB-Index „Gute Arbeit“ zeichnet ein interessensgeleitet verzerrtes Bild, das den tatsächlichen Verhältnissen in der Arbeitswelt nicht entspricht und allen betrieblichen Akteuren Unrecht tut. Die verwendete Methode ist scheinwissenschaftlich.
Nicht die Antworten der Beschäftigten auf die gestellten Fragen werden beim DGB-Index in den Fokus gestellt. Vielmehr werden – wie der Internetseite des DGB-Index „Gute Arbeit“ selbst zu entnehmen ist – „die Ergebnisse der einzelnen Fragen dann über ein komplexes statistisches Verfahren in Werte für den DGB-Index Gute Arbeit umgerechnet“. Dahinter verbirgt sich nichts anderes, als dass das DGB-Institut vorgibt, was „gute Arbeit“ ist: durch die Auswahl der betrachteten Kriterien, deren Gewichtung und schließlich die Bewertung, ab welchem Wert die Arbeitsqualität „gut“, „schlecht“ oder „im unteren oder Mittelfeld“ ist.

Regelmäßige Erwerbstätigenbefragungen unabhängiger Institutionen wie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin geben direkt wieder, was Befragte geantwortet haben, trennen dies sauber von der Interpretation und verzichten ganz auf ein Pauschalurteil, ob Arbeit „gut“ oder „schlecht“ sei. Die Ergebnisse sehen daher auch ganz anders und sehr viel positiver aus: Zum Beispiel sind nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 93 Prozent der Befragten mit ihrer Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden und nur etwa ein Prozent gar nicht zufrieden.

Entsprechend verzeichnet Deutschland auch international Spitzenwerte bei der Arbeitszufriedenheit. Das European Working Conditions Survey – ein unter anderem von europäischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden getragenes Forschungsnetzwerk – zeigt, dass fast 90 Prozent der hier befragten Beschäftigten mit ihrer Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden sind. Deutschland liegt somit deutlich über dem EUDurchschnitt von 81 Prozent.

Die Unternehmen bemühen sich nach Kräften, die Erwartungen ihrer Kunden bestmöglich zu erfüllen, ohne ihre Beschäftigten zu überfordern. Erfreulicherweise gelingt dies auch meist. Gleichzeitig zu erledigende Aufgaben, die der DGB als besonderes Problem darstellt, lassen sich nicht immer vermeiden. Durch die Unterstützung von Kollegen und Vorgesetzten gelingt es in aller Regel, Überforderungen zu vermeiden. Wie die Erwerbstätigenbefragung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zeigt, erklären sogar mehr als 70 Prozent derjenigen Beschäftigten, die häufig mit gleichzeitig zu erledigenden Aufgaben befasst sind, dass sie dies nicht als belastend empfinden.