Presse-Information Nr. 059/2016

Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände: Arbeitgeber widersprechen Pflegerat: Einheitsausbildung in der Pflege ist Irrweg

Berlin, 16. Dezember 2016. Zum Appell des Deutschen Pflegerats die Reform der Pflegeausbildung noch in dieser Legislaturperiode zu verabschieden erklärt die BDA:

Die Reform der Pflegeausbildung darf nicht als Last-Minute-Gesetzgebung durchgepeitscht werden. Nur mit Augenmaß kann eine Modernisierung der drei Pflegeausbildungen gelingen und dem bereits bestehende Fachkräftemangel in der Altenpflege(Pflege) entgegengewirkt werden. Eine Einheitsausbildung in der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege würde sich entweder zu einer Schmalspur- oder einer Superkönner-Ausbildung entwickeln. Die Auszubildenden werden also entweder zu wenig angeleitet oder mit zu hohen Anforderungen belastet. Beides muss vermieden werden.

Die Qualifikationsanforderungen in den einzelnen Pflegeberufen sind zu unterschiedlich, um sie zu einer Einheitsausbildung zusammenfassen zu können. Es ist etwas anderes, ob jemand ein Frühchen oder einen Demenzkranken pflegt, ob jemand nach einer OP schnell wieder fit gemacht oder seine Defizite im Alter individuell ausgeglichen werden muss. Pflege kann nur von Fachkräften geleistet werden, die für den jeweiligen Personenkreis ausgebildet wurden.

Es ist deshalb notwendig, die Idee der Einheitsausbildung endgültig ad acta zu legen. Für eine zukunftsgerechte Weiterentwicklung der Pflegeberufe taugt nur ein Ausbildungsmodell , das Kinderkrankenpflege, Krankenpflege und Altenpflege erhält, wobei die gemeinsamen Kernqualifikationen in maximal zwei Jahren gemeinsam vermittelt werden und am Ende die notwendige Spezialisierung erfolgt.



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