22.09.2020

Ausbildungsmarkt holt Corona-Rückstand zunehmend auf

Das Matching von Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt gelingt seit Mai immer besser. Trotz des Rückgangs an gemeldeten Ausbildungsplätzen und Bewerbern ist die Situation nicht dramatisch.

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Die Fakten zeigen, dass die aktuelle Situation auf dem Ausbildungsmarkt nicht so dramatisch ist, wie es in manchen Medien dargestellt wird. Das Ausbildungsplatzangebot liegt zwar knapp 8 Prozent unter dem Vorjahresniveau, was aber in etwa dem Wirtschaftseinbruch entspricht. Auch die Bewerberzahlen sind in entsprechendem Umfang gesunken. Der jetzt auf den Ausbildungsmarkt einmündende Jahrgang ist keineswegs „verloren“, sondern hat alle Chancen. Aktuell stehen für 100 unvermittelte Bewerber noch 154 offene Ausbildungsangebote zur Verfügung.

Die rund 500.000 der Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeldeten Ausbildungsplätze, von denen 154.000 aktuell noch nicht besetzt werden konnten, senden ein klares Signal: Die Betriebe wollen ihre Verantwortung zur Sicherung ihrer Zukunftsfähigkeit durch Ausbildung auch im Corona-Jahr wahrnehmen. Jeder Jahrgang wird gebraucht!

Seit Mai haben Unternehmen und Bewerber zunehmend zueinander gefunden, die BA hat bei der Vermittlung der jungen Leute Land gewonnen. Das zeigt: Die sogenannte Nachvermittlung – auch über Branchen und Regionen hinweg – ist erfolgreich. Sie muss mit aller Kraft auch fortgesetzt werden. Viele Betriebe suchen Auszubildende und werden auch in den kommenden Monaten weiter einstellen. Den Arbeitsagenturen in ganz Deutschland gilt ein großer Dank für die Vermittlungsanstrengungen in den letzten und kommenden Monaten.

Im August ist die erste Förderlinie des Bundesprogramms „Ausbildungsplätze sichern“ gestartet. Mit den Ausbildungsprämien wird die Ausbildungsleistung gerade der kleineren Unternehmen in der aktuellen schwierigen wirtschaftlichen Situation anerkannt. Im Kern gilt jedoch nach wie vor: Je stärker Betriebe mit eigener Ausbildung für die benötigten qualifizierte Fachkräfte vorsorgen, desto besser werden sie aus der Krise herauskommen und in der Zeit danach wettbewerbsfähig bleiben. Dies ist allen Akteuren bewusst. Eine Prämie kann dabei nur einen zusätzlichen Anreiz setzen und aktuelle Notlagen auffangen.