19.12.2016

„America first“ – Was die Wahl Donald Trumps für die EU bedeutet

Der Republikaner Donald Trump wird das Amt des US-Präsidenten übernehmen. Bisher ist unklar, welche seine politischen Prioritäten sein werden. Durch die angekündigten Investitionen in die Infrastruktur könnten sich auch für deutsche Unternehmen im US-Markt kurzfristig Chancen ergeben. Sollte Trump jedoch seiner protektionistischen Rhetorik aus dem Wahlkampf Taten folgen lassen, würde dies der europäischen Wirtschaft schaden.
„Americanism, not globalism will be our credo“

Trump setzte im Wahlkampf viele Signale, die auf die Abschottung der US-Wirtschaft hindeuten. Seit seiner Wahl hat er noch nicht viele Details zu seinen wirtschaftspolitischen Plänen bekannt gegeben. Eines ist jedoch klar: Für ihn steht die Stärkung der heimischen Wirtschaft an erster Stelle. Er kündigte an, massiv in die US-Infrastruktur zu investieren und Produktionsstätten US-amerikanischer Unternehmen zurück ins Inland zu verlagern. Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) will er neu verhandeln oder aus dem Abkommen austreten. Nach seiner Wahl hat er bestätigt, dass er aus der Transpazifische Partnerschaft (TPP) austreten möchte. Laut Wahlkampfaussagen könnte er sich auch einen Austritt der USA aus der World Trade Organization (WTO) vorstellen. Unfairen Wettbewerb aus China und Mexiko möchte er mit hohen Strafzöllen bekämpfen.


Die Verunsicherung in der Wirtschaft ist groß

Noch lässt sich nur darüber spekulieren, welche Pläne er tatsächlich umsetzen wird. In der Handelspolitik hat er als Präsident jedoch zumindest kurz- bis mittelfristig umfangreiche Kompetenzen. Man kann hoffen, dass viele seiner Ankündigungen, in denen er sich stark auf Protektionismus und den US-Binnenmarkt konzentriert hat, Wahlkampfrhetorik waren. Sollten die USA die wichtigen Handelsadern tatsächlich einschränken, schadet das US-Unternehmen wie auch Herstellern auf der ganzen Welt. Davon wären auch deutsche und europäische Firmen stark betroffen: 2015 waren die USA der wichtigste Absatzmarkt für Waren aus der EU.


Europa braucht die USA als starken Partner

Nach wie vor gilt: Die USA sind einer der wichtigsten Partner, um die Globalisierung zu gestalten, die Weltwirtschaft wieder zu beleben und die geopolitischen Krisen zu bewältigen. Auch wenn die USA vor vielen innen- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen stehen, ist es enorm wichtig, dass sie ihre globale Führungsrolle weiter ausfüllen und sich nicht abschotten – weder wirtschaftlich noch politisch.


Informationen zum Text

erstellt von: Antje Gerstein (BDA), Julia Howald (BDI)

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