Allianz für Aus- und Weiterbildung

Wirtschaft engagiert sich in Allianz für Aus- und Weiterbildung

Die Allianz für Aus- und Weiterbildung setzt ein wichtiges Signal für die berufliche Bildung in Deutschland. Sie entwickelt die erfolgreiche Arbeit des Ausbildungspakts weiter und unterstreicht die zentrale Rolle der dualen Berufsausbildung für die Fachkräftesicherung der deutschen Wirtschaft. Neben Bundesregierung, Wirtschaft und Ländern sind auch die Gewerkschaften und die Bundesagentur für Arbeit (BA) Mitglied dieses Bündnisses.

Am 12. Dezember 2014 haben Bundesregierung, Wirtschaft, Länder und Gewerkschaften die „Allianz für Aus- und Weiterbildung“ geschlossen. Als wesentliche Handlungsschwerpunkte sind vereinbart, Jugendliche besser auf den Beruf und die Arbeitswelt vorzubereiten, allen Jugendlichen eine Chance auf Ausbildung zu geben (betriebliche Ausbildung hat dabei Vorrang), die Attraktivität und die Qualität der Ausbildung weiter zu verbessern sowie die berufliche Weiterbildung zu stärken.

Die Ausbildungsmarktsituation in Deutschland unterscheidet sich regional z.T. erheblich. Dies greift der Allianz-Text ausdrücklich auf. Die vereinbarten Instrumente (insbesondere assistierte Ausbildung als rechtskreisübergreifendes Instrument, Ausweitung Personenkreis abH) können zur Verbesserung der Ausbildungsmarktsituation auf Länderebene differenziert genutzt und in die vielfältigen Aktivitäten zur Unterstützung und Begleitung ausbildungsbereiter Betriebe einbezogen werden.

Die Allianz hat das Instrument der Assistierten Ausbildung beschlossen. Die gesetzliche, rechtskreisübergreifende Verankerung der Assistierten Ausbildung als Regelinstrument wurde in 2015 umgesetzt. Ebenso vereinbart wurde eine Förderdauer von drei Jahren. Die assistierte Ausbildung unterstützt sowohl leistungsschwächere Jugendliche bis zum erfolgreichen Ausbildungsabschluss als auch Betriebe, die diese jungen Menschen ausbilden. Damit leistet sie einen wertvollen Beitrag, um die qualifikatorischen Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt zu bekämpfen und die Betriebe bei der Ausbildung leistungsschwächerer Jugendlicher zu unterstützen. Im Ausbildungsjahr 2015/2016 haben bereits 5.000 Jugendliche das Instrument genutzt. Seit Beginn 2017 sind bereits über 7.000 Eintritte zu verzeichnen.

Die Allianz-Partner haben sich ebenfalls darauf verständigt, dass die Bundesagentur für Arbeit den Personenkreis für ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) ausdehnt. Auch dies wurde in 2015 umgesetzt. Alle Jugendlichen, die diese zur Aufnahme und zum erfolgreichen Abschluss einer Ausbildung benötigen, können sie nun erhalten. Auch damit wird den Betrieben die Ausbildung leistungsschwächerer Jugendlicher deutlich erleichtert.

Die Wirtschaft hat in der Allianz die Ansicht erklärt, im Jahr 2015 20.000 zusätzliche betriebliche Ausbildungsplätze gegenüber den im Jahr 2014 bei der BA gemeldeten Ausbildungsplätzen zur Verfügung zu stellen und dieses Niveau in den Folgejahren zu halten. Bisher nicht gemeldete Plätze werden dadurch besser sichtbar gemacht.. Das Ziel hat die Wirtschaft erreicht: Im Juli 2016 war die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen um 20.400 höher als im Juli 2014.

Für Jugendliche, die nicht sofort eine betriebliche Ausbildung beginnen, hat die Wirtschaft zugesagt, jährlich 20.000 Plätze für Einstiegsqualifizierungen als Brücke in Ausbildung bereitzustellen. Mit einer Übergangsquote von rund 70 Prozent in Ausbildung ist EQ das erfolgreichste Instrument des Übergangsbereichs. EQ kann mit abH zu "EQ plus" kombiniert werden. Die Betriebe erhalten durch die Erweiterung der abH-Zielgruppe zusätzliche Unterstützung bei der Ausbildung leistungsschwächerer Jugendlicher.

Die Wirtschaft hat zugesagt, jedem vermittlungsbereiten Jugendlichen, der zum 30.9. noch keinen Ausbildungsplatz hat, drei Angebote für eine betriebliche Ausbildung zu machen. Bei den vermittlungsbereiten Jugendlichen handelt es sich um diejenigen, die sich aktiv an den Nachvermittlungsaktionen der Kammern und der BA beteiligen. Berufliche und räumliche Mobilität der Jugendlichen wird ausdrücklich vorausgesetzt. Sozialpartner und BA haben sich dazu in 2015 auf ein gemeinsames Verfahren verständigt.

Es wird außerdem angestrebt, die Übernahme von Jugendlichen aus der kooperativen Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE) nach dem ersten Ausbildungsjahr in die betriebliche Ausbildung zu erhöhen. Durch das neue Instrument der assistierten Ausbildung und die Erweiterung der abH-Zielgruppe wird den Betrieben eine Übernahme von kooperativer in betriebliche Ausbildung erleichtert.

Die Länder werden Maßnahmen umsetzen, damit jeder Jugendliche die für eine erfolgreiche betriebliche Ausbildung notwendigen Voraussetzungen mit auf den Weg bekommt und die Berufsorientierung an allen Schulformen gestärkt wird. Sie werden gemeinsam mit der BA dafür sorgen, dass künftig die duale Ausbildung stärker als Perspektive auch an Gymnasien vermittelt und die Berufsorientierung als fester Bestandteil in der Lehramtsausbildung verankert wird.
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