Evangelische Arbeitsgemeinschaft Handwerk und Kirche

Das Handwerk lebt die Soziale Marktwirtschaft

Die Evangelische Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Handwerk und Kirche wurde während des Stuttgarter Kirchentages 1952 spontan als "Handwerkerbewegung" gegründet. Sie bringt Handwerk und Kirchen in Arbeitskreisen, Tagungen, Studienreisen, Festveranstaltungen und Gottesdiensten zusammen. Die BAG setzt sich im Handwerk ein für: Soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit, Förderung in den neuen Bundesländern, Gleichberechtigung, umweltschonendes Wirtschaften und die Bewahrung der Schöpfung

Mit ihren Aktivitäten ermutigt die BAG Unternehmen im Handwerk zu ethischem Handeln. Grundsätze sind die zehn Gebote, das Doppelgebot der Liebe und die Goldene Regel. Die BAG sorgt für ständigen Dialog zwischen Handwerk und Kirche. So etwa auf der Jahrestagung 2009: Das Handwerk lebt die Soziale Marktwirtschaft.

Die BAG möchte die Kirchen unterstützen, mehr Verständnis für die Probleme des gewerblichen Mittelstandes zu entwickeln. Dabei ist der BAG kirchliche Verantwortung für das Handwerk genauso wichtig wie die Bewahrung des christlichen Glaubens in der Arbeitswelt. Um einen regen Austausch zu fördern, treffen sich Kirche und Handwerk regelmäßig zur Jahrestagung.

20 Jahre nach der Wende traf sich die BAG in Magdeburg. Das Motto der Jahrestagung: „Handwerk als Musterbeispiel der sozialen Marktwirtschaft.“ Der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft, HWK-Hauptgeschäftsführer Horst Eggers dazu: „Angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise schwingt hier ein gewisser Stolz mit, denn das Handwerk sieht sich mit Recht als Stabilitätsfaktor und Garant für die soziale Marktwirtschaft. Mit einer Million Betrieben und fünf Millionen Arbeitsplätzen ist es ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor.“

In den neuen Bundesländern gibt es die Soziale Marktwirtschaft seit 20 Jahren. Auf der Jahrestagung wurde an Wendezeiten erinnert. Der Präsident der Handwerkskammer Magdeburg, Werner Vesterling, berichtete von den Methoden, mit denen privates Handwerk damals in die Verstaatlichung gezwungen werden sollte. Er sprach auch über die Erfahrungen mit der Sozialen Marktwirtschaft, von der damals zwar alle im Westfernsehen gehört, über deren Auswirkungen sich die Demonstranten in Leipzig, Berlin und Magdeburg im Herbst 1989 keine konkreten Gedanken gemacht hatten: „Seit über 60 Jahren gelten in Deutschland die Regeln der sozialen Marktwirtschaft. Seit 20 Jahren leben wir im Osten damit und erleben auch die Schattenseiten, wenn etwa durch Gier und Profilierungssucht Einzelner Regeln verletzt werden. Trotzdem: Die soziale Marktwirtschaft bietet als einziges System auf der Welt ausgleichende Verlässlichkeit. Ihre Prinzipien auf der einen und die Grundlagen eines soliden Rechtsstaates auf der anderen Seite bieten beste Voraussetzungen für eine positive gesellschaftliche Entwicklung.“

Im Handwerk sind wirtschaftliches Handeln und gesellschaftliche Verantwortung eng verbunden. Für das Handwerk ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Gewinn und Verlust in der sozialen Marktwirtschaft genauso untrennbar zusammengehören wie Verantwortung und Haftung. Das Handwerk ist deshalb ein Musterbeispiel für die Soziale Marktwirtschaft.
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