20.05.2015

MINT-Lücke: Durch Rente mit 63 weniger ältere MINT-Beschäftigte und mehr Fachkräfteengpässe

PRESSE-INFORMATION Nr. 025/2015

Den Unternehmen fehlen aktuell 137.100 Arbeitskräfte mit einem beruflichen oder akademischen Abschluss im so genannten MINT-Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Dies ist der höchste Stand seit Dezember 2012.
Die abschlagsfreie Rente mit 63 hat zu einem überdurchschnittlich starken Rückgang der Zahl älterer Beschäftigter im MINT-Bereich geführt und verschärft die Fachkräfteengpässe in den Unternehmen.

Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, erklärt: „Die ostdeutschen Bundesländer müssen in den kommenden zehn Jahren einen besonders großen Anteil ihrer MINT-Belegschaften altersbedingt ersetzen. Gleichzeitig schaffen sie es bislang nicht, ausländische MINT-Arbeitskräfte für ihre Fachkräftesicherung zu aktivieren. Ohne besondere Anstrengungen bei der Willkommenskultur droht damit auch die Innovationskraft in ostdeutschen Regionen zu erodieren.“

Thomas Sattelberger, Vorstandsvorsitzender der Initiative „MINT Zukunft schaffen“, ergänzt: „Wer Studium und Berufsausbildung gegeneinander ausspielt, liegt nicht nur in der Sache falsch, sondern verunsichert hunderttausende junger Menschen. Systematische Berufsorientierung in der Schule statt dirigistischer Steuerung fördert eine selbstverantwortliche Entscheidung bei der Berufs- oder Studienwahl. In diesem Sinne sehen wir auch in Migration und guter Integration nicht Probleme, sondern eine Chance für den MINT-Standort Deutschland."

Dr. Michael Stahl, Geschäftsführer Bildung und Volkswirtschaft des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, sagt: „Es zeigt sich, dass die abschlagsfreie Rente mit 63 den Unternehmen dringend benötigte Fachkräfte im MINT-Bereich entzieht. Gleich im ersten Quartal nach Einführung der Regelung fehlten rund 10 Prozent der eigentlich verfügbaren MINT-Facharbeiter im Alter von 63 Jahren und mehr. Diese Entwicklung konterkariert die bislang erfolgreichen Anstrengungen der Unternehmen, die Beschäftigung Älterer gerade in dem Engpassbereich MINT zu erhöhen.“

Regionalspezifische Informationen finden sich im MINT-Frühjahrsreport ab Seite 27.


Der MINT-Report wird zweimal jährlich durch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt. Die Studie entsteht im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Bundesverbands der Deutschen Industrie, des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall und der Initiative „MINT Zukunft schaffen“.

PRESSE - INFORMATION Nr. 025/2015, 20. Mai 2015

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