Okt

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Tarifplanspiel in Berlin…

Von Katharina Ludewig

Nach dem üblichen Tagesgeschäft zu Beginn der letzten Woche, ging es am Donnerstag dann zu dem von Gesamtmetall veranstalteten Tarifplanspiel nach Berlin, wo ich hauptsächlich jüngere Verbandsmitarbeiter - unter anderem ein paar mir noch von der erweiterten Geschäftsführerkonferenz bekannte Gesichter – antraf wie auch andere Trainees kennenlernte. Zu Beginn bekamen wir eine sowohl organisatorische wie auch fachliche Einführung, zusammen mit Unterlagen, die grundlegende Informationen für tarifliche Diskussionen beinhalteten – unter anderem ein Mini-Lexikon für Tarifmechanik und Wirtschaftsdaten zur Metall- und Elektroindustrie. Sodann konnten wir uns für die Arbeitgeber- oder Gewerkschaftsseite entscheiden, jede Gruppe bekam einen Mentor, verteilte intern die jeweiligen Positionen, wie Verhandlungsführer, Pressesprecher oder verschiedene Mittelstandsvertreter - und los ging es. Es folgten diverse jeweils gruppeninterne Ausarbeitungen von Forderungs- bzw. Angebotsunterbreitungen, anschließende Verhandlungsrunden zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeberverband sowie Presseerklärungen bzw. Interviews der Verhandlungsführer. Nach anfänglichem Zögern, entwickelten sich im Laufe der Zeit dann durchaus emotionsgeladene Verhandlungsrunden, die am Ende allerdings zu keiner Einigung führten, sondern für gescheitert erklärt werden mussten.

Das Scheitern der Verhandlungen war am Ende wohl auch auf die in einem Spiel fehlenden tatsächlichen Druckmöglichkeiten - wie einen Arbeitskampf - und den begrenzten Zeitrahmen zurückzuführen. Es war aber spannend zu sehen, dass sich beide Gruppen doch recht realitätsnah in ihre Rollen eingefunden haben: so gab es schon innerhalb der einzelnen Gruppen viele und ausführliche Diskussionen zum Inhalt der tariflichen Regelungen und der Strategie im Hinblick auf die Verhandlungen wie auch bezogen auf die Pressearbeit, wobei uns die jeweiligen Mentoren gut mit ihren auch aus der Praxis stammenden Erfahrungen zur Seite stehen konnten – wie unter anderem am Freitag morgen mit dem Hinweis an die aufgrund der kurzen Nacht müden Teilnehmer, dass gerade auch dieser Teil zur realistischen Darstellung von Tarifverhandlungen gehöre. Die anfängliche Müdigkeit am Freitag wich aber recht schnell wieder der Aufmerksamkeit für die eigenen Positionen und so hielt dies niemanden davon ab, auch am Freitag die Verhandlungen bis nach Mitternacht auszudehnen. Es bleibt insgesamt festzuhalten, dass es sehr interessant war, an die Modalitäten und auch Emotionen einer Tarifverhandlung herangeführt zu werden und hierbei einen weiteren, von meinen momentanen Alltagsaufgaben abweichenden Aspekt kennenzulernen!

Bis demnächst!

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