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Riester-Rente: Wichtige Vorsorge für das Alter

Mittlerweile 16,5 Mio. Bürger sorgen mit einem Riester-Vertrag für das Alter vor und die Zahl der abgeschlossenen Verträge steigt weiter (BMAS, 2016). Zu Recht haben sich die Riester-Sparer von der größtenteils unberechtigten Kritik an der Riester-Rente nicht zu sehr verunsichern lassen.

Irrtum: Riester-Rente lohnt sich nicht mehr als ein Sparstrumpf.
  • Bei der Riester-Rente ist gesetzlich garantiert, dass für die Auszahlungsphase zumindest die gezahlten Beiträge und Zulagen zur Verfügung stehen. Aus dieser Garantie ergibt sich sogar für den unwahrscheinlichen Fall, dass der jeweilige Anbieter überhaupt keine Verzinsung des Kapitals erzielt, eine positive Rendite bezogen auf die selbst gezahlten Beiträge.
  • Rendite ist nicht alles. Eine mindestens ebenso große Bedeutung kommt bei der Altersvorsorge der Sicherheit zu. Gerade hier kann die Riester-Rente mit ihrer Mindestgarantieleistung punkten.
  • „Wenn Sie fürs Alter vorsorgen wollen, ist ein Riester-Vertrag wegen der Förderung erste Wahl“, so Finanztest (9/2014).
Irrtum: Man muss steinalt werden, damit sich die Riester-Rente lohnt.
  • Die Riester-Rente „rechnet“ sich auch bei durchschnittlicher Lebenserwartung (derzeit 80 Jahre). Bei einem marktüblichen Angebot erhalten Sparer in der Regel bereits bis zum 75. Lebensjahr Leistungen in Höhe ihrer Eigenbeiträge und Zulagen. Bezogen auf die geleisteten Eigenbeiträge liegt dieser „break-even“-Zeitpunkt sogar noch früher.
  • Anders als das Statistische Bundesamt, das seine Annahmen zur durchschnittlichen Lebenserwartung korrigieren kann, müssen Versicherer nach den aufsichtsrechtlichen Anforderungen vorsichtigere Annahmen zur Lebenserwartung treffen, da das gebildete Kapital auch bei einer weiter steigenden Langlebigkeit reichen muss, um die zugesagten Leistungen erbringen zu können.
  • Wenn die Lebenserwartung weniger steigt, als angenommen, müssen Versicherte an den sich ergebenden Risikogewinnen beteiligt werden. Für ab 2008 abgeschlossene Verträge gilt eine Mindestbeteiligungsquote von 90 %.
  • Es ist das Wesen einer Rentenversicherung, dass sich die eingezahlten Beiträge für Frühversterbende weniger und für Langlebende umso mehr lohnen.
Irrtum: Die Riester-Förderung kommt allein Versicherungen und Banken zugute.
  • Natürlich erbringen Anbieter von Riester-Verträgen ihre Leistungen nicht uneigennützig. Zudem fallen bei Vertrieb und Durchführung Kosten an, die mittel- oder unmittelbar dem Sparer berechnet werden. Allerdings sorgen Wettbewerb und Produktvielfalt dafür, dass die Kosten begrenzt bleiben und es viele Angebote mit geringen Verwaltungskosten und attraktiver Renditeerwartung gibt.
  • Der größte Teil der Zulagen kommt bei den Riester-Sparern an. So liegen die durchschnittlichen Abschlusskosten für Riester-Rentenversicherungen bei rd. 5 % (GDV, 2016). Die laufenden Verwaltungskosten liegen niedriger, teilweise sogar unter denen der gesetzlichen Rentenversicherung von 1,4 %. „Der Anbieter „frisst“ die Zulagen also nicht“, urteilt Finanztest (11/2014).
  • Riester-Verträge sind mittlerweile hinreichend getestet. Wer einen Vertrag mit niedrigen Kosten abschließen will, findet entsprechende Angebote.
  • Mit dem Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz haben sich die (Kosten-) Transparenz und Vergleichbarkeit von Riester-Produkten weiter verbessert. Hiernach sind die Anbieter seit dem 1. Juli 2013 verpflichtet, ein verbindliches Produktinformationsblatt vorzulegen, mit dem sich Interessierte in kurzer, verständlicher Form über Leistungen, Garantien, Kosten und Risiken informieren können.
Fakt: Riester-Förderung erreicht vor allem Geringverdiener und Frauen.
  • Nach einer Auswertung der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen für 2013 hatten weit mehr als 60 % aller Zulagenempfänger ein beitragspflichtiges Jahreseinkommen von unter 30.000 €; fast 45 % der Zulagenempfänger verdienten sogar weniger als 20.000 € im Jahr (DRV Bund, 2015).
  • Vor allem Frauen profitieren von der Riester-Förderung. Knapp 57 % aller Empfänger von Zulagen sind Frauen (2013), zudem liegt die Zulagenquote (Anteil der Zulagen am gesamten innerhalb eines Jahrs in den Riester-Vertrag eingezahlten Kapital) bei Frauen mit rd. 37 % mehr als doppelt so hoch wie bei Männern (rd. 16 %).
Fakt: Auch Geringverdiener können sich Riester-Vorsorge leisten.
  • Riester-Vorsorge kann sich jeder leisten. Bereits ab einem Eigenbeitrag von 60 € im Jahr bzw. 5 € im Monat werden Zulagen gezahlt.
  • Beispiel: Eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern und 20.000 € Bruttoeinkommen sichert sich bereits mit dem Mindesteigenbeitrag von 60 € im Jahr die volle Förderung von 775 € (1x Grundzulage, 2x Kinderzulage). Die Förderquote beträgt in diesem Fall rd. 93 % (775 € von 835 €).
  • Gerade Geringverdiener profitieren von der Riester-Förderung, weil sie verhältnismäßig höhere Zulagen für ihre Eigenbeiträge erhalten. Wer 15.000 € verdient, bekommt auf seine Beiträge eine Zulage von rd. 35 %, bei 40.000 € Verdienst beträgt die Zulage dagegen „nur“ rd. 11 %.
  • Kein Geringverdiener muss befürchten, seine Riester-Ersparnisse bei Arbeitslosigkeit zu verlieren: Die Riester-Vorsorge ist „Hartz-IV-sicher“.
  • Die Riester-Rente wird künftig mit mindestens 100 € und maximal 212 € von der Anrechnung auf die Grundsicherung freigestellt.
Fakt: Die Riester-Rente kann den Rückgang des Rentenniveaus ausgleichen.
  • Nach dem Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung (BMAS, 2015) sinkt bei einem Durchschnittsverdiener das Sicherungsniveau durch die gesetzliche Rentenversicherung von 2015 bis 2029 von 47,5 % auf 44,6 % vor Steuern. Wenn dieser Durchschnittsverdiener jedoch mit einer Riester-Rente vorgesorgt hat, dann steigt das Sicherungsniveau sogar an (2029: 51,1 %). Auch unter Berücksichtigung der aktuellen Niedrigzinsphase ändert sich daran wenig.
Irrtum: Die Riester-Rente ist gescheitert.
  • Von der Riester-Förderung machen rd. 16,5 Mio. Bürger bzw. rd. 40 % aller Förderberechtigten Gebrauch.
  • Die Riester-Rente war niemals als alleinige Form der kapitalgedeckten Altersvorsorge gedacht, sondern soll nur eine Option sein, die Geringverdienern und Familien zusätzliche Altersvorsorge erleichtert, indem sie für diese Gruppen Förderquoten von teilweise über 90 % bietet.
  • Auch wenn mittlerweile rd. 85 Mrd. € in Riester-Verträge eingezahlt wurden, liegt das gesamte Altersvorsorgekapital der Bürger um ein Vielfaches höher: Viele haben sich – oft lange, bevor die Riester-Förderung eingeführt wurde – für eine andere Altersvorsorge entschieden, die ihnen ermöglicht, das sinkende Rentenniveau auszugleichen. So bestehen derzeit insgesamt rd. 45 Mio. kapitalbildende Lebensversicherungsverträge bzw. private Rentenversicherungsverträge. Darüber hinaus verfügen 17,7 Mio. Beschäftigte über mindestens eine aktive Betriebsrentenanwartschaft (Alterssicherungsbericht, 2016).


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November 2018