19.12.2007

Arbeitgeberpräsident Hundt: Ausbildungsbonus ist kontraproduktiv und schädlich

Ein Ausbildungsbonus für zusätzliche Lehrstellen für Altbewerber, wie ihn Bundesarbeitsminister Scholz wieder ins Gespräch gebracht hat, ist kontraproduktiv und schädlich, sagte Arbeitgeberpräsident Dr. Dieter Hundt heute in Berlin. Fehlanreize und Mitnahmeeffekte auf dem Ausbildungsmarkt wären die Folge. Er wäre zudem ein Schlag ins Gesicht all der Unternehmen, die sich in den letzten Jahren im Ausbildungspakt trotz wirtschaftlicher Probleme und ohne Bonus mit zusätzlicher Ausbildung engagiert haben, oft über den eigenen Bedarf hinaus. Diese Unternehmen können und wollen jetzt nicht nochmals zulegen.

Rund die Hälfte der Ausbildungsplätze würde künftig zu potentiellen Subventionsfällen – vorausgesetzt, sie werden im jeweiligen Betrieb „zusätzlich“ angeboten. Denn jeder zweite Ausbildungsvertrag wird mit einem Jugendlichen abgeschlossen, dessen Schulabschluss schon ein Jahr oder länger zurückliegt. Angesichts der Steigerung der Ausbildungsleistung der Unternehmen um 5 bzw. 9 % in den letzten beiden Jahren ist ein Ausbildungsbonus überflüssig und verschenktes Geld, sagte Hundt.

Eine steuerfinanzierte Förderung der Eingliederung in Ausbildung ist allenfalls zu rechtfertigen, wenn sie eng konzentriert wird auf die Zielgruppe der Altbewerber mit individuellen personen- und eignungsbezogenen Vermittlungshemmnissen, zum Beispiel Lernbeeinträchtigungen oder soziale Defizite. Ausschließlich Betriebe, die sich zur Ausbildung derart benachteiligter, leistungsschwacher Jugendlichen entschließen, sollten gezielt von den zusätzlich entstehenden Kosten entlastet werden.

PRESSE - INFORMATION Nr. 113 / 2007, 19.12.2007
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