04.12.2007

PISA – Trendwende in der Schule erkennbar – Reformweg konsequent ausbauen

Die von PISA erfassten deutschen Schülerleistungen mit dem Schwerpunkt Naturwissenschaft sind besser geworden. Erstmals liegen sie im vorderen Drittel und erkennbar über dem OECD-Durchschnitt. Damit ist ein erster, wichtiger Schritt auf dem Weg in die Spitzengruppe gelungen. Dieser Erfolg der Schüler wäre ohne eine sehr engagierte Lehrerschaft nicht denkbar. Ihnen und allen, die in und für Schule Verantwortung übernehmen, gebührt Dank und Anerkennung, erklärt Arbeitgeberpräsident Hundt heute in Berlin anlässlich der Vorstellung der zentralen Ergebnisse der PISA-Studie.

Nun muss alles daran gesetzt werden, auf dieser Trendwende aufzubauen und auch bei allen anderen Schülerleistungen zu echten Verbesserungen zu kommen. Dies gilt vor allem für Mathematik und Lesen. Hier gibt es laut Pisa zu wenig Fortschritte: Noch immer versteht jeder fünfte Jugendliche nicht, was er liest.

Die Reformen, die nicht zuletzt infolge der Schockwelle der ersten PISA-Studie angestoßen wurden, müssen deshalb konsequent fortgesetzt werden. Die selbstständige Schule, die über bundesweite Leistungsstandards Transparenz herstellt, muss überall zur gelebten Realität werden. Die Schulaufsicht muss vom Weisungsgeber zum Ratgeber für Schulen werden und sich zum wirklichen Dienstleister entwickeln. Die Unternehmen werden im Rahmen von SCHULEWIRTSCHAFT auch weiterhin ihren Beitrag leisten, und die Schulen bei ihren Veränderungsprozessen beraten und begleiten.

Wir brauchen einen Stufenplan zur kontinuierlichen Förderung der Sprachentwicklung sowie des naturwissenschaftlichen und technischen Interesses der Kinder und Schüler, der bereits in den Kindergärten ansetzt, in den Grundschulen fortgeführt und in den weiterführenden Schulen konsequent vertieft wird. Wir können es uns am Wirtschaftsstandort Deutschland nicht leisten, dass mehr als die Hälfte der Abiturienten in den letzten beiden Schuljahren keinen Physik- und Chemieunterricht mehr hat. Eine kontinuierliche naturwissenschaftlich-technische Ausbildung aller Schüler brauchen wir nicht zuletzt auch als tragfähige Basis, auf der sich mehr Schulabgänger für ein naturwissenschaftliches oder technisches Studium entscheiden können. Der Mangel an Ingenieurnachwuchs, an Physikern und Chemikern, darf sich nicht zur ernsthaft bedrohlichen Wachstumsbremse für unser Land auswachsen, sagt Hundt.

Bildungspolitik ist zentrales Schicksalsthema für den Standort Deutschland. Die Anstrengungen in allen Bildungsbereichen müssen gebündelt und intensiviert werden, um die Potenziale der Menschen in Deutschland zu nutzen – im Interesse jedes Einzelnen und im Interesse unserer Wirtschaft und Gesellschaft.

PRESSE - INFORMATION Nr. 102 / 2007, 04.12.2007
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