20.12.2011

Nachbesserungen im Bildungssystem notwendig

„Die Bildung in Deutschland ist nach dem Pisa-Schock zwar besser geworden, aber sie ist noch nicht gut genug“, sagten Peter Clever, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der BDA, und Dr. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB), anlässlich der Vorstellung des gemeinsamen Papiers „Kommunen und Wirtschaft zum Bildungsstandort Deutschland“ heute in Berlin.
Investitionen in unser Bildungssystem sind die entscheidenden Zukunftsinvestitionen von heute. Kommunen und Wirtschaft wollen ihren Beitrag zur Verbesserung der Bildungssituation leisten. Denn noch immer verlassen zu viele Jugendliche die Schule ohne einen Abschluss.

Clever und Landsberg betonten die fundamentale Bedeutung der frühkindlichen Bildung. Um den Grundstein für eine erfolgreiche Lernbiographie zu legen, sei es wichtig, bei der frühkindlichen Bildung anzufangen und die Kita-Betreuung nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ zu verbessern.

Das Bildungssystem müsse reformiert und die Säulen, die oftmals isoliert nebeneinander stehen, durch Netzwerke ersetzt werden. Alle zentralen Akteure – Städte, die Wirtschaft vor Ort, Eltern, Bund und Länder – müssen zusammenwirken und so kommunale Bildungslandschaften gestalten. „Hier liegt viel Potential, das wir nutzen müssen. Bildung ist mehr als nur Schule“, so Clever und Landsberg.

Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, hob zudem hervor: „Verbessert werden müssten in Deutschland aber nicht nur die Rahmenbedingungen. Wir brauchen auch ein Umdenken in den Köpfen. Wir brauchen eine echte Anerkennungskultur der individuellen Leistung der Erzieherinnen und Erzieher sowie der Lehrerinnen und Lehrer, wie sie in anderen Ländern bereits praktiziert wird.“

Peter Clever, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, sagte: „Der Übergang ins Berufsleben klappt bei zu vielen Jugendlichen noch immer nicht reibungslos. Berufsorientierung an der Schule muss flächendeckend sichergestellt werden, wobei die Arbeitsagenturen mithelfen. Unternehmen sind offen für Betriebsbesuche und -praktika, um Jugendliche an das reale Arbeitsleben heranzuführen.“

Die beiden Verbände verwiesen zudem auf die Verantwortung der Eltern. Diese haben nicht nur Rechte, sondern auch die Pflicht, ihr Kind auf seinem Bildungsweg nach allen Kräften zu unterstützen. Das müsse sich auch in den Schulgesetzen widerspiegeln.

Schülerinnen und Schüler müssen die modernen Informations- und Kommunikationstechniken beherrschen, brauchen Lern- und Medienkompetenz. Dazu gehört neben einer IT-Ausstattung der Schulen auch eine entsprechende Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer. Verschiedene Lernorte der Stadt sollten über Bildungs-Clouds miteinander vernetzt werden.

Clever erklärte: „Investitionen in qualitativ hochwertige Bildungseinrichtungen sind bei begrenzt verfügbaren Mitteln auf jeden Fall finanziellen Transfers an Eltern vorzuziehen. Frühkindliche Bildung und Ganztagsschulen auszubauen ist auch wirkungsvoller als jede Kindergelderhöhung oder die Einführung eines Betreuungsgeldes.“


PRESSE - INFORMATION Nr. 066/2011, 20. Dezember 2011

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