25.10.2012

Personalvorstände formulieren klares Bekenntnis zum Bachelor und fordern Weiterentwicklung des Bologna-Prozesses

Die Wirtschaft bekennt sich heute zum fünften Mal seit 2004 zum Bachelor. 62 Personalvorstände haben auf Einladung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft die hochschulpolitische Erklärung „Bologna@Germany 2012“ unterzeichnet.

In der Wirtschaft sind Bachelor-Absolventen willkommen und längst angekommen. Die deutschen Unternehmen wollen den Bologna-Prozess gemeinsam mit den Hochschulen weiterentwickeln und konsequent auf die Vernetzung von Bildung und Arbeitsleben ausrichten.

Die Personalvorstände fordern die Hochschulen auf, ihr Angebot an weiterbildenden und berufsbegleitenden Studiengängen deutlich auszubauen. Gleichzeitig wünschen sich die Unternehmen deutlich mehr Praxisorientierung, einen viel stärkeren Fokus auf gute Lehre und endlich eine bessere Vermittlung von überfachlichen Kompetenzen. Insbesondere bereitet ihnen die dramatisch hohe Zahl an MINT-Studienabbrechern von teilweise über 50 Prozent an den Universitäten große Sorge. Gerade im Vergleich mit den Fachhochschulen gelingt es den Universitäten noch nicht zufriedenstellend, die Studierenden angemessen zu betreuen. Die Personalvorstände sagen zu, Mitarbeitern die Verbindung von Berufstätigkeit und Studium zu ermöglichen, sei es durch flexible Arbeitszeit oder Förderung.

Thomas Sattelberger, bisheriger Vorsitzender des Arbeitskreises Hochschule/Wirtschaft von BDA, BDI und Hochschulrektorenkonferenz, erklärt: „Die Diskussion um die Berufsbefähigung des Bachelors ist überflüssig. Die Einstellungspraxis deutscher Unternehmen beweist: Die Absolventen sind im Beruf schon längst angekommen. Doch jetzt müssen Hochschulen und Unternehmen partnerschaftlich Sorge tragen, dass berufsbegleitende Studiengänge wissenschaftliches Lernen und Berufspraxis verzahnen. Die bisherige simple Zweiteilung des Lebens in eine kompakte Bildungsphase und das anschließende Arbeitsleben ist so nicht mehr tauglich.“

Arend Oetker, Präsident des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, kommentiert: „Die Hochschulen müssen ihre Studienangebote für Berufstätige massiv ausbauen. Wir brauchen weniger Master-Studien-gänge, die unmittelbar an den Bachelor anschließen und damit die alten Studiengänge imitieren. Ein solcher Master ist für viele Unternehmen nicht erforderlich und weder Einstellungsvoraussetzung noch Karrieregarantie. Wir benötigen stattdessen zielgerichtete Weiterbildungsangebote und berufsbegleitende Master-Studiengänge, mit denen sich Arbeitnehmer über ein ganzes Berufsleben passgenau für ihre jeweiligen Aufgaben qualifizieren können. Die Unternehmen werden sie dabei mit aller Kraft unterstützen.“


PRESSE - INFORMATION Nr. 054/2012, 25. Oktober 2012

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