19.05.2012

Arbeitgeberpräsident Dr. Dieter Hundt: Angemessener Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie sichert Flexibilität und löst schwierige Fragen

Zum Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie erklärt Arbeitgeberpräsident Dr. Dieter Hundt:
Ich begrüße den Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie, der der aktuellen Situation der Branche in vollem Umfang gerecht wird. Die Tarifpartner haben nicht nur eine angemessene Regelung für die Lohn- und Gehaltsentwicklung gefunden, sondern auch zu den Bereichen Zeitarbeit und Ausbildung akzeptable Vereinbarungen getroffen. Der Abschluss beweist, dass sich auch schwierige Fragen tarifautonom lösen lassen.

Die beschlossene Tarifanhebung um 4,3 Prozent für die Laufzeit von 13 Monaten unter Einschluss eines so genannten Nullmonats ist vor dem Hintergrund der guten wirtschaftlichen Lage der Metall- und Elektroindustrie angemessen, geht für viele Unternehmen allerdings auch an die Belastungsgrenze. Mit diesem Tarifabschluss werden die Arbeitnehmer erneut fair am wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen beteiligt. Das entspricht dem richtigen Grundsatz: Wenn es dem Unternehmen gut geht, muss es auch seinen Arbeitnehmern gut gehen.

Wie in den vergangenen Jahren werden die noch ausstehenden Tarifabschlüsse die unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklung in den verschiedenen Branchen zu berücksichtigen haben. Insoweit ist dieser Abschluss keine Blaupause für andere Branchen.

Die tariflichen Vereinbarungen der Metall- und Elektroindustrie zur Ausbildung sind akzeptabel. Die Entscheidung, welche und wie viele Ausgebildete übernommen werden, bleibt in der Verantwortung der Unternehmen. Ich begrüße auch die besonderen Anstrengungen, welche die Metall- und Elektroindustrie aufgrund der tariflichen Vereinbarung zur Förderung ausbildungsschwacher Jugendlicher unternehmen will.

Die vereinbarten Regelungen zur Zeitarbeit sind ebenfalls ein Kompromiss, der den Interessen der Unternehmen entspricht. Sie berücksichtigen die betrieblichen Bedürfnisse nach Flexibilität und bilden weitgehend die betriebliche Praxis ab. Die Zeitarbeit bleibt damit ein Instrument der Flexibilisierung in den Betrieben.

Ich appelliere an die Tarifpartner der Zeitarbeit, jetzt auch die laufenden Verhandlungen für Branchenzuschläge abzuschließen. Sowohl in der Metall- und Elektroindustrie als auch in der Chemischen Industrie gibt es entsprechende Verhandlungen, um je nach Einsatzdauer durch einen Branchenzuschlag die Bezahlung der Zeitarbeitnehmer in diesen Branchen zu regeln. Die jetzt in der Metall- und Elektroindustrie getroffenen Regelungen zur Zeitarbeit und die angestrebten tariflichen Regelungen zu Branchenzuschlägen der Zeitarbeit müssen grundlegend sein, um einen gesellschaftlichen Konsens für dieses wichtige Instrument betrieblicher Flexibilität zu schaffen.

PRESSE - INFORMATION Nr. 029/2012, 19. Mai 2012

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