31.03.2009

Arbeitgeberpräsident Dr. Dieter Hundt: Unternehmen halten an Ausbildung fest

Die Lage am Ausbildungsmarkt ist besser, als es die Konjunktur erwarten lässt. Natürlich geht die Wirtschaftskrise nicht spurlos am Ausbildungsmarkt vorüber, wie der Rückgang der bisher gemeldeten betrieblichen Ausbildungsplätze um 18.000 zeigt.

Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft, welche die letzten zehn Jahre berücksichtigen, wirkt sich bereits ein Nullwachstum mit 22.000 weniger Ausbildungsverträgen aus. Bei einem negativen Wachstum von 2,5 bis 4,5 Prozent ergibt die Rechnung eine Abnahme der Neuverträge um 60.000 bis 90.000.

Die Zahlen zeigen, dass die Unternehmen gegenwärtig trotz schrumpfender Wirtschaft engagiert an der Ausbildung festhalten: Der konjunkturell zu erwartende Rückgang konnte durch erhebliche zusätzliche Anstrengungen gebremst werden. Unternehmen berücksichtigen bei ihrer Ausbildungsentscheidung die mittelfristige Fachkräftesicherung mindestens genau so sehr wie die kurzfristige Auftragslage.

Entlastend wirkt die aktuell um rund 80.000 rückläufige Zahl der Bewerber. Wir haben keinen Grund zur Schönfärberei, aber im Moment ist das Verhältnis der gemeldeten Stellen zu den Bewerbern günstiger als in den Jahren zuvor.

Wirtschaft und Politik werden die Lage im Juni im Lenkungsausschuss des Ausbildungspaktes beraten und unsere gemeinsamen Aktivitäten auf dem hohen Niveau der letzten Jahre fortsetzen. Es gibt noch Puffer auf dem Ausbildungsmarkt. Bei den betrieblichen Einstiegsqualifizierungen blieben in den vergangenen Jahren 30 bis 50 Prozent der rund 40.000 angebotenen Plätze unbesetzt. Auch diese erfolgreiche Brücke in Ausbildung muss stärker genutzt werden.


PRESSE - INFORMATION Nr. 023 / 2009, 31. März 2009


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