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Mein erster Tag als Trainee bei der BDA

Von Katharina Ludewig

Am Dienstag, 1. September 2009 war es nun soweit – mein erster Tag als Trainee der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Normalerweise beinhaltet dieses Programm alle drei Monate einen Wechsel zu einem weiteren Arbeitgeberverband. Meine erste Station wird jedoch gleich 6 Monate dauern, um so tiefer gehende Einblicke in die verbandliche Begleitung eines Umstrukturierungsprozess innerhalb eines Unternehmens nehmen zu können. So werde ich zwei Tage pro Woche im Büro des Verbands und drei Tage pro Woche im Unternehmen selbst anwesend sein.
Die ersten Tage verbrachte ich damit, meine Kollegen im Verband wie auch die Kollegen im Unternehmen kennenzulernen, von denen ich sehr freundlich aufgenommen wurde, und mich mit meinen jeweiligen Arbeitsplätzen vertraut zu machen. In diesem Zusammenhang stand ebenso eine ausführliche Werksführung an, um mir von dem Unternehmen und seinen Aufgaben – ebenso wie von den Schwierigkeiten - eine reale Vorstellung machen zu können.

Anlass der Anforderung eines Trainees durch den Arbeitgeberverband war der bereits erwähnte Umstrukturierungsprozess in einem Mitgliedsunternehmen, wodurch auch die groben Linien meiner Aufgabenstellungen für die kommenden Monate bereits vorgegeben sind:

  • Schnittstelle zwischen Verband und Mitgliedsunternehmen
  • Vorbereitung von Betriebsratsanhörungen – in einem Geschäftsbereich sollen insgesamt gut 500 Arbeitsplätze abgebaut werden, für einen weiteren Geschäftsbereich werden zur Zeit Sozialplan- und Interessenausgleich-Verhandlungen mit dem Betriebsrat geführt
  • Integration von Mitarbeitern eines anderen Betriebs
  • Bearbeitung von arbeitgeberseitigen Fragen im Vorfeld zu den im nächsten Frühjahr anstehenden Betriebsratswahlen

Vergangene Woche konnte ich auch gleich einer Informationsveranstaltung für die Arbeitnehmer des betroffenen Unternehmens beiwohnen, in deren Verlauf ihnen als Alternative zur betriebsbedingten Kündigung die Möglichkeit zum Eintritt in eine Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft (QBG) detailliert vorgestellt wurde. Auf meinem Schreibtisch liegen nun auch der Interessenausgleich, der Sozialplan wie dazu gehörige Protokollnotizen und Auswahlrichtlinien, ebenso wie Unterlagen zu einer geplanten Fusion und damit zusammenhängende Fragen – so bekommen viele Begriffe, die einem bis dato hauptsächlich aus dem Gesetz bekannt waren, ein reales Gesicht und auch die Wirtschaftskrise wird plötzlich deutlich spürbar.

Während meiner Tage im Verbandsbüro konnte ich dann meine juristischen Fragen zum Sozialplan und Interessenausgleich stellen. Hier erhielt ich auch eine Einführung in die konkreten verbandlichen Aufgaben vor Ort, konnte mit zu Gerichtsterminen gehen und mein weiteres Vorgehen besprechen.

Alles in allem waren es sehr interessante und erfolgreiche erste Tage. Die Arbeitsaufgaben werden zwar gerade im Zusammenhang mit dem geplanten Arbeitsplatzabbau inhaltlich wenig erfreulich sein, aber ich freue mich auf diese juristische Herausforderung und auf eine spannende Zeit.

Bis demnächst!

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