Europäischer Bildungsraum

Transparenz und Mobilität in Europa schaffen

Ein europäischer Arbeitsmarkt braucht einen europäischen Bildungsraum. Das Recht auf Freizügigkeit für jede Bürgerin und jeden Bürger der Europäischen Union, in einem anderen EU-Land zu leben und zu arbeiten, wird im Bildungskontext durch entsprechende Programme zur Förderung von Mobilität und Mehrsprachigkeit sowie durch Transparenzinstrumente flankiert. Zu letzteren zählen der Europäische Qualifikationsrahmen EQR, das Leistungspunktesystem ECTS für die hochschulische Bildung und die europass Dokumente zur europaweit einheitlichen Dokumentation von Qualifikationen.
Daneben gibt es über die nationale Bildungspolitik hinaus alle Mitgliedstaaten betreffende Herausforderungen, wie demografischer Wandel, globaler Wettbewerb und notwendiger Kompetenzzuwachs bei Fachkräften, die gemeinsame Reaktionen im Bildungsbereich erfordern. Bildung und Ausbildung spielten schon für die Lissabon-Strategie bis 2010 eine wichtige Rolle. Die 2010 durch den Europäischen Rat verabschiedete Strategie Europa 2020 umfasst neben einer Vielzahl von wirtschafts- und sozialpolitischen Zielen auch zwei quantitative Bildungsziele: Der Anteil an den 18- bis 24-Jährigen, die nicht über einen Abschluss des Sekundarbereichs II verfügen und nicht an Aus- und Weiterbildung teilnehmen, soll auf unter 10 Prozent gesenkt werden und der Anteil der 30- bis 34-Jährigen mit tertiärem oder vergleichbarem Abschluss soll auf mindestens 40 Prozent erhöht werden.

Schule

Im Bereich der schulischen Bildung unterstützt die Europäische Kommission die nationalen Reformbemühungen und Projekte, die den Schulaustausch, die Schulentwicklung und die Qualifikation der Lehrkräfte fördern.

Hochschule

Kern der europäischen Bildungszusammenarbeit im Hochschulbereich ist der Bologna-Prozess. Neben den EU-28-Ländern nehmen aktuell weitere 20 europäische Länder hieran teil. Durch die Einführung eines gestuften Studiensystems (meist umgesetzt durch Bachelor und Master) mit europaweit vergleichbaren Abschlüssen, durch die Einführung und Verbesserung der Qualitätssicherung sowie durch die Steigerung der Mobilität im Hochschulbereich soll Europa stärker zusammenwachsen. Neben den Hochschulen sowie Studierenden sind auch die europäischen Sozialpartner, und hier für die Arbeitgeberseite BUSINESSEUROPE, am Bologna-Prozess beteiligt.

Berufsbildung

In der Berufsbildung fördert die Europäische Kommission berufliche Praktika, Ausbildungsabschnitte und Weiterbildungsmaßnahmen im Ausland und unterstützt dadurch die Mobilität von Auszubildenden und Bildungspersonal. Um national erworbene Abschlüsse in anderen EU-Staaten lesbar zu machen und die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung zu verbessern, fördert die Europäische Kommission zudem eine Orientierung an Lernergebnissen und die Entwicklung von Transparenzinstrumenten. Über die Mitwirkung z. B. im Beratenden Ausschuss für Berufsbildung (ACVT) und im Verwaltungsrat des Europäischen Zentrums für die Förderung der Berufsbildung (CEDEFOP) ist die BDA an der Gestaltung europäischer Initiativen und Instrumente aktiv beteiligt.

Europäische Ausbildungsallianz

Bei der Bekämpfung der hohen Jugendarbeitslosigkeit in vielen EU-Mitgliedstaaten kommt der Stärkung von Berufsausbildungssystemen eine hohe Bedeutung zu. Um die Qualität der Ausbildung und das Angebot an Ausbildungsplätzen in der gesamten EU zu verbessern, hat die Europäische Kommission eine Europäische Ausbildungsallianz ins Leben gerufen, die durch die europäischen Sozialpartner unterstützt wird. Zuvor war die BDA bereits im Rahmen der BUSINESSEUROPE-Task Force „Youth“ maßgeblich an der Entwicklung von Handlungsempfehlungen beteiligt, wie die Qualität und das Image von dualen Ausbildungssystemen verbessert werden können („Creating Opportunities for Youth – How to improve the Quality and Image of Apprenticeships“). BUSINESSEUROPE beteiligt sich aktiv durch das Projekt „The cost effectiveness of apprenticeship schemes – making the business case for apprenticeships“ an der Umsetzung der europäischen Ausbildungsallianz. Ziel ist es, im Dialog mit 20 europäischen Staaten die zentrale Rolle von Unternehmen für duale Ausbildungssysteme, sowie deren Vorteile für Betriebe deutlich zu machen.

Das europäische Bildungsprogramm „Erasmus plus“

Erasmus Plus ist das Programm für Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union. In Erasmus Plus werden die bisherigen EU-Programme für lebenslanges Lernen, Jugend und Sport sowie die europäischen Kooperationsprogramme im Hochschulbereich zusammengefasst. Erasmus Plus ist mit einem Budget in Höhe von rund 14,8 Mrd. Euro ausgestattet (für Deutschland ca. 1,5 Mrd. Euro). Das bis 2020 laufende Programm soll Kompetenzen und Beschäftigungsfähigkeit verbessern und die Modernisierung der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung voranbringen.
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