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Ausbildungsmarkt

Ausbildungsmarkt

Betriebliche Ausbildung ist aufgrund ihrer Bedarfs- und Praxisorientierung Garant für gut qualifizierten Fachkräftenachwuchs. Sie steht aber vor Herausforderungen, vor allem durch die demografische Entwicklung.

Allianz für Aus- und Weiterbildung

Dank des intensiven Engagements der Wirtschaft wurden durch den Ausbildungspakt in den Jahren 2004 bis 2014 große Erfolge beim Übergang von Schule in Ausbildung erreicht. Die Zusage, jedem ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen ein Angebot zu machen, konnte erfüllt werden. Ende 2014 wurde der auslaufende Ausbildungspakt durch die Allianz für Aus- und Weiterbildung 2015-2018 von Wirtschaft, Gewerkschaften, Bundesregierung und Ländern abgelöst. Als wesentliche Handlungsschwerpunkte wurden u. a. vereinbart, Jugendliche künftig besser auf den Beruf und die Arbeitswelt vorzubereiten und allen Jugendlichen eine Chance auf Ausbildung zu geben (betriebliche Ausbildung hat dabei Vorrang). Das Instrument der assistierten Ausbildung (AsA) wurde ebenso in der Allianz-Vereinbarung verankert wie die Ausdehnung des Personenkreises für ausbildungsbegleitende Hilfen (abH). Mit der assistierten Ausbildung können sozial benachteiligte und lernbeeinträchtigte Jugendliche in Betrieben während und fakultativ noch vor Beginn der Ausbildung begleitet werden. Gleichzeitig werden die Betriebe, die bereit sind, benachteiligte Jugendliche auszubilden, unterstützt. Im Ausbildungsjahr 2016 wurden bereits 11.600 Personen auf dem Weg zu einem erfolgreichen Ausbildungsabschluss unterstützt, im Berichtsjahr 2017 begannen 12.000 junge Menschen eine Assistierte Ausbildung. Die Bundesregierung hat 2018 per Gesetz die bis Herbst 2018 befristete Assistierte Ausbildung zunächst um zwei Jahrgänge verlängert, damit auf breiterer Grundlage über die Zukunft der Assistierten Ausbildung entschieden werden kann.

Weiter hatte die Wirtschaft in der Allianz-Vereinbarung die Absicht erklärt, im Jahr 2015 20.000 betriebliche Ausbildungsplätze gegenüber den im Jahr 2014 bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeldeten Ausbildungsplätzen zur Verfügung zu stellen und dieses Niveau in den Folgejahren zu halten. Im Vordergrund steht dabei, bisher nicht gemeldete Plätze durch Meldung der Betriebe bei der BA sichtbar zu machen. 2016 wurden 28.100 mehr betriebliche Ausbildungsplätze der BA gemeldet als 2014, während 2017 sogar 32.200 mehr betriebliche Ausbildungsplätze als 2014 gemeldet wurden. Somit wurde die Allianz-Absichtserklärung der Wirtschaft deutlich erfüllt.

Die Allianz für Aus- und Weiterbildung 2015 - 2018 soll laut Koalitionsvertrag vom Februar 2018 erneuert und weiterentwickelt werden. Gespräche über die Themen und die Organisation der „neuen Allianz“ laufen. Die Allianz soll auch weiterhin das übergeordnete Ziel verfolgen, das Matching auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern und die Zahl der Jugendlichen ohne Berufsabschluss zu verringern. Sie soll sich damit weiterhin dafür einsetzen, dass mehr Jugendliche eine Ausbildung beginnen und diese erfolgreich beenden. Der Start der „neuen“ Allianz wird Anfang 2019 erwartet.


Ausbildungsbilanz 2017 für Jugendliche erneut positiv – Betriebe haben zunehmend Besetzungsprobleme

Auch für 2017 kann aus Sicht der Jugendlichen eine positive Ausbildungsbilanz gezogen werden: Zum 30. September (Ende des Vermittlungsjahrs der BA) standen den unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern (23.700) im zehnten Jahr in Folge mehr unbesetzte Ausbildungsplätze (48.900) gegenüber. Es blieben 2017 jedoch 12,6% mehr Ausbildungsplätze unbesetzt als im Jahr zuvor. Das Matching auf dem Ausbildungsmarkt wird zunehmend schwieriger und stellt die Unternehmen vor Probleme, ihren Fachkräftenachwuchs zu sichern. Trotz rückläufiger Schulabgängerzahlen engagiert sich die Wirtschaft weiterhin stark im Bereich der dualen Berufsausbildung: Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist im Jahr 2017 zum ersten Mal seit 2011 wieder angestiegen (+0,6% zu 2016). Zwar liegt sie damit um 6,6 % unter dem Niveau von 2003, jedoch hat sich im gleichen Zeitraum die Zahl der Schulabgänger und Schulabgängerinnen um insgesamt 15,7% verringert. Das hohe Engagement der Unternehmen zeigt sich auch darin, dass vier von fünf zur Ausbildung zugelassenen Betrieben kontinuierlich oder – insbesondere Kleinstbetriebe – mit Unterbrechungen ausbilden (IAB 2017).

Ausbildungsreife sicherstellen – praxisorientierte Berufsorientierung stärken

In der Schule muss durch umfassende individuelle Förderung sichergestellt werden, dass alle Schulabgänger und Schulabgängerinnen über das erforderliche Rüstzeug für eine Ausbildung verfügen. Wir wissen durch die PISA-Studie, dass immer noch rd. 17 % der Schüler und Schülerinnen nicht ausbildungsreif sind. Konsequenz ist, dass Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben und „Reparaturmaßnahmen“ im Übergangssystem oder sogar im Ausbildungsbetrieb mit hohen Kosten nötig sind. Es ist zu begrüßen, dass sich Bund und Länder das Ziel gesetzt haben, die Ausbildungsreife junger Menschen zu verbessern. Besonders erfreulich ist, dass die Länder im Rahmen der Allianz für Aus- und Weiterbildung die praxisorientierte Berufsorientierung an allen Schulformen stärken wollen, insbesondere auch am Gymnasium.

Rahmenbedingungen verbessern

Die Verbesserung der Rahmenbedingungen ist wichtig für eine attraktive und leistungsfähige Berufsausbildung. Hierzu gehören vor allem moderne und dem Bedarf der Praxis entsprechende Ausbildungsberufe und mehr differenzierte Angebote (zweijährige Ausbildungsberufe, Ausbildungsbausteine). Eine flexiblere Gestaltung von Ausbildungsvergütungen kann besonders leistungsschwächeren Jugendlichen, die mit erhöhtem Aufwand begleitet werden müssen, den Einstieg in betriebliche Ausbildung ermöglichen. Wichtig sind eine leistungsfähige Berufsschule mit moderner Ausstattung und flexiblem Zeitmanagement sowie eine höhere Durchlässigkeit insbesondere zur hochschulischen Bildung.

Initiativen der BDA
  • Mitglied der Allianz für Aus- und Weiterbildung
  • Stärkung der Kooperation zwischen Betrieben und Schulen im Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland. Ziel ist die fundierte Berufsorientierung, die Sicherung der Ausbildungsreife und eine intensive ökonomische Bildung der Schüler
  • Information der Betriebe zur Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung auf der Website von BDA, DIHK und ZDH www.inklusion-gelingt.de
  • Aktive Unterstützung der BA bei der erweiterten vertieften Berufsorientierung
  • Auszeichnung überzeugender Bildungskonzepte in Berufsschulen und anderen Bildungseinrichtungen mit dem „Deutschen Arbeitgeberpreis für Bildung“

Gute Ausbildungschancen für Jugendliche

Der Ausbildungsmarkt ist von Bewerbermangel geprägt, die Chancen junger Menschen auf Ausbildung sind gut. So standen im Jahr 2017 den wenigen unvermittelten Bewerberinnen und Bewerbern deutlich mehr unbesetzte Ausbildungsplätze gegenüber.


Hintergrund ist das hohe Ausbildungsengagement der Unternehmen und der Rückgang der Schulabgängerzahlen: 2017 wurden 6,6 % weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als 2003. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Schulabgänger und Schulabgängerinnen insgesamt um 15,7 % gesunken. Erfreulich ist darüber hinaus, dass die Zahl der Jugendlichen, die in den sog. Übergangsbereich münden, zwischen 2005 und 2017 deutlich rückläufig ist (-30%).
Quelle: BA, 2016


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Ansprechpartner

BDA | DIE ARBEITGEBER
Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände

Bildung | Berufliche Bildung
T +49 30 2033-1500
Dezember 2018