13.10.2017

Arbeitgeber appellieren an Kanzleramtsminister Peter Altmaier: Mehr Wirtschaft wagen

Das Präsidium der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hat in einem Meinungsaustausch mit Kanzleramtsminister Peter Altmaier seine Kernforderungen für die neue Legislaturperiode bekräftigt. Dazu erklärt Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer:

Wir Arbeitgeber fordern bessere Rahmenbedingungen für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum. Statt einer Politik des „weiter so“ muss Erwirtschaften wieder Vorfahrt erhalten vor Regulieren und Umverteilen. Innovationsgeist, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit sind der Schlüssel, um auch in Zukunft Wohlstand, Beschäftigung und sozialen Ausgleich zu schaffen. Unsere Kernforderungen sind:

· Die Summe der Sozialversicherungsbeiträge darf 40 Prozent nicht überschreiten. Immer neue Leistungsversprechungen in der Renten- oder Krankenversicherung belasten Unternehmen wie Beschäftigte.

· Der Staat muss seinen Regulierungstrieb unterdrücken und die Festsetzung von Löhnen sowie die Gestaltung der Arbeitsbeziehungen den Sozialpartnern überlassen. Nur die Sozialpartner können in den Betrieben flexible, individuelle und praxistaugliche Vereinbarungen für die digitale Arbeitswelt treffen.

· Das Arbeitszeitgesetz sollte der Lebenswirklichkeit im 21. Jahrhundert angepasst werden. Die Arbeitszeit muss über die Woche flexibler verteilt werden können. Nur bewegliche Arbeitszeitlösungen werden den individuellen Bedürfnissen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gerecht.

· Investitionen in Bildung bringen die höchsten Renditen. Die Politik muss das Bildungssystem modernisieren und deutlich besser ausstatten als bisher, damit unseren Betrieben ausreichend Fachkräfte zur Verfügung stehen.

· Ziel muss es sein, alle Beschäftigungspotenziale zu heben. Das bedeutet: Langzeitarbeitslose gezielt fördern, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf flächendeckend durch Ganztagsschulen und -kitas verbessern, flexiblere Rentenübergänge schaffen, um ältere Erwerbstätige individuell einzubinden.

Wir Arbeitgeber sind bereit, aktiv an der Gestaltung zukunftsfähiger Arbeitsbeziehungen mitzuwirken und stehen weiterhin als konstruktiver Diskussionspartner zur Verfügung.
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