Wissenschaftliche Weiterbildung

Eine Kernaufgabe der Hochschulen

Durch die abnehmende Halbwertzeit des Wissens ist wissenschaftliche Weiterbildung eine entscheidende Voraussetzung für Fach- und Führungskräfte, um ihr Wissen zu aktualisieren und zu erweitern. Die Hochschulen müssen sich hier wesentlich deutlicher als bisher als kompetente Anbieter im Markt positionieren – gerade auch mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung.

Wissenschaftliche Weiterbildung (Quartäre Bildung) ist als Kernaufgabe der Hochschulen neben Forschung und grundständiger Lehre gesetzlich verankert. Dieser Auftrag muss noch stärker mit Leben gefüllt werden. Wissenschaftliche Weiterbildung muss aber auch von den Hochschulen selbst als Kernaufgabe und Chance zur Profilbildung begriffen werden. Da die Halbwertszeit des Wissens immer kürzer wird und die demografische Entwicklung zu einer immer älter werdenden Gesellschaft führt, ist die weitere Qualifizierung der Beschäftigten nicht nur ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für Unternehmen und eine Chance für jede und jeden Einzelnen, sondern auch ein expandierendes Geschäftsfeld. Unternehmerische Hochschulen haben dies längst erkannt und erzielen Gewinne mit innovativen Weiterbildungsangeboten.

Zusammenarbeit mit der Wirtschaft verbessern

Hochwertige und nachfrageorientierte Weiterbildung erfordert eine kontinuierliche und partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Hochschulen. Die Hochschulen entwickeln im Dialog mit der Wirtschaft Angebote der wissenschaftlichen Weiterbildung auf der Grundlage ihres eigenen Profils. Den Unternehmen eröffnet dies die Chance einer passgenauen Personalentwicklung. Für die Hochschulen ergeben sich Einnahmequellen, Kontakte zur Wirtschaft sowie Profilierungsmöglichkeiten. Hochschulen platzieren ihre Angebote der wissenschaftlichen Weiterbildung unter Wettbewerbsbedingungen und in unternehmerischer Verantwortung und müssen klare Ansprechpartner für ihre Kunden benennen. Sinnvoll ist die Einrichtung von Service-Centern für Weiterbildung.

Angebote kundenorientiert gestalten

Unternehmen und Beschäftigte benötigen attraktive und auf die Anforderungen des Beschäftigungssystems ausgerichtete Weiterbildungsangebote– mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung werden dies bspw. auch Angebote zur Vermittlung technisch-digitaler Kompetenzen und des neuesten Entwicklungs- und Forschungsstandes sein. Die zukünftigen Kunden müssen dabei bereits in die inhaltliche Gestaltung der Programme einbezogen werden. Pädagogisch-didaktische Konzepte sind dem Lebensalter, der Berufserfahrung und den Lernwünschen der Zielgruppe anzupassen. Um die Weiterbildungsprogramme so flexibel und ortsunabhängig wie möglich zu gestalten, sind Fernlehrangebote bzw. Angebote auf der Basis von Blended Learning, die Präsenzseminare mit e-learning kombinieren, besonders sinnvoll. Sie sollten grundsätzlich modular aufgebaut sein. Dies setzt eine stärkere Flexibilität seitens der Hochschulen voraus.

Durchlässigkeit erhöhen

Lernen ist ein lebenslanger Prozess– in Zeiten einer Digitalisierung und Technisierung der Arbeitswelt gilt dies noch viel mehr. Hochschulen müssen hierauf reagieren, indem sie ihre Angebote stärker miteinander verzahnen und für neue Zielgruppen öffnen. Insbesondere weiterbildende Bachelor-Studiengänge, die berufsbegleitend absolviert werden können, stellen für beruflich Qualifizierte eine attraktive Form der Weiterqualifizierung dar. Derzeit behindern starre Strukturvorgaben der Länder die weitere Einrichtung solcher Studiengänge. Solche Hürden sind abzubauen und das Angebot an weiterbildenden Bachelor-Studiengängen erheblich auszuweiten.

BDA und Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft haben 2013 einen Leitfaden erstellt, der interessierten Unternehmen bei der Definition ihres Bedarfs, bei der Suche nach geeigneten hochschulischen Angeboten und dem Aufbau strategischer Kooperationen helfen soll.
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