21.05.2020

Betriebliche Ausbildung zur Fachkräftesicherung auch in Krise elementar - sonst sägen Unternehmen an dem Ast, auf dem sie sitzen

Zum Thema betriebliche Ausbildung erklärt Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer:
Fachkräftesicherung für morgen durch Ausbildung heute bleibt auch in der Corona-Krise ein zentrales Anliegen für uns Unternehmer in Deutschland. Ich ermutige alle Arbeitgeber, an dieser Kernaufgabe im ureigenen Interesse gerade auch jetzt unter schwierigsten Bedingungen mit aller Kraft festzuhalten, denn sonst sägen Unternehmen an dem Ast, auf dem sie sitzen.

Für jedes Unternehmen, das sich auch in den kommenden Jahren noch aktiv im Markt sieht, gilt: Bereits der Weg aus der Krise kann nur mit ausreichend Fachkräften in Handwerk, Handel und Industrie gelingen. Das wird umso nachhaltiger erfolgreich sein, je stärker die Unternehmen mit eigener Ausbildung für qualifizierte Fachkräfte vorgesorgt haben. Die Bewältigung aktueller Probleme bis hin zur Sicherung des puren wirtschaftlichen Überlebens darf nicht in ein Klima umschlagen, das betriebliche Ausbildung als nachranging erachtet.

Erst im Herbst, wenn trotz aller möglichen Anstrengungen nicht verhindert werden könnte, dass betriebliche Ausbildung notleidend zu werden droht, müsste gezielt geholfen werden. Dann wäre es wichtig, regional, branchen- und betriebsgrößenspezifisch zu analysieren, wo objektiv Ausbildung ohne Hilfe von außen nicht mehr möglich erscheint. So könnten beispielsweise Azubis von anderen Betrieben übernommen werden, wenn der ursprüngliche Ausbildungsbetrieb die Ausbildung nicht fortführen kann. Dieses funktioniert bereits seit langem erfolgreich in den Regionen durch gezielte Zusammenarbeit der Bundesagentur für Arbeit mit den Handwerkskammern, den Industrie- und Handelskammern und Verbänden. Und für unversorgte Jugendliche könnte dann ein staatlich unterstütztes praktisches Vorbereitungsjahr für eine Ausbildung im Betrieb sinnvoll sein.

Dagegen wären eine Ausbildungsförderung mit der Gießkanne ebenso der falsche Weg wie eine Abkehr vom absoluten Vorrang der betrieblichen Ausbildung zugunsten über- oder außerbetrieblicher Einrichtungen.