Strukturwandel erfolgreich meistern

Klimawandel, Digitalisierung und demografischer Wandel stellen die Wirtschaft vor große Herausforderungen und führen zu Veränderungen der wirtschaftlichen Struktur eines Landes: Der veränderte Anteil der drei Hauptsektoren Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen im Zeitablauf ist beispielsweise Beleg hierfür. Hierdurch werden Unternehmen und Beschäftigte vor großen Herausforderungen gestellt – Geschäftsmodelle und Qualifikationsanforderungen ändern sich, alte Tätigkeiten fallen weg, neue Tätigkeitsfelder entstehen. Der Strukturwandel erfordert Anpassungsfähigkeit und Flexibilität. Unternehmerisches Handeln – u. a. bezogen auf Innovationen und Investitionen – ist daher entscheidend, um den Strukturwandel meistern zu können – und hierüber hochproduktive Beschäftigung in Deutschland zu halten.
Deutschland bekennt sich zum Pariser Klimaabkommen, mit dem umweltschädliche Emissionen drastisch reduziert werden sollen. Die Bundesregierung hat frühzeitig die Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung (sog. Kohle-Kommission) eingesetzt, um zum einen gesellschaftlichen Konsens zur Gestaltung des Ausstiegs aus der Kohleverstromung und zum anderen, den erforderlichen Aufbau neuer, hochproduktiver Arbeitsplätze in den betroffenen Regionen zu erzielen. Zu Recht betont die Kommission, dass neben der Schaffung neuer Arbeitsplätze auch die Gewährleistung einer sicheren und bezahlbaren Versorgung von Wirtschaft und Bevölkerung mit Strom und Wärme erforderlich ist. Dabei kommt es darauf an, die Wettbewerbsfähigkeit von Industrie, Handwerk, Handel und Dienstleistungen sicherzustellen, indem attraktive Rahmenbedingungen geschaffen werden. Denn nur so können Arbeitsplätze erhalten und neue geschaffen werden.
 
Innovationen als Produktivitätstreiber verstehen
Technologischer Fortschritt und Innovationen sind – neben einem höheren Input an Beschäftigten und höherem Kapitaleinsatz durch Investitionen – entscheidende Impulsgeber für wirtschaftliches Wachstum und damit Wohlstand. Innovationen und deren Umsetzung in marktfähige Produkte leisten einen Beitrag zur Steigerung der Produktivität, die wiederum Grundlage von international wettbewerbsfähiger Beschäftigung in Deutschland darstellt. Eine hohe Produktivität ist zudem erforderlich, um den Wettbewerbsnachteil hoher Arbeitskosten aufzufangen. Angesichts schon seit längerer Zeit rückläufiger Produktivitätsfortschritte muss sich die Wirtschaftspolitik darauf fokussieren, zu mehr Unternehmensgründungen und Innovationen zu ermutigen. Einen Beitrag kann dabei auch die steuerliche Forschungsförderung leisten. Aber auch Investitionen in Qualifizierung und Weiterbildung sollten intensiviert werden, beispielsweise in dem bei Beschäftigten und Unternehmen eine erhöhte steuerliche Abzugsfähigkeit von bis zu 120 % der Kosten für Fortbildung berücksichtigt wird.
 
Unternehmensgründungen – zu unternehmerischen Freiheit ermutigen
Ein erfolgreich gestalteter Strukturwandel zeichnet sich dadurch aus, dass stetig Geschäftsmodelle auf den Prüfstand gestellt werden und neue Ideen und Innovationen ihren Weg zu potenziellen Kunden finden. Die mit digitalen Geschäftsmodellen verbundene Disruption belegt sehr anschaulich, wie findige Unternehmer Plattformen entwickeln, um im B2C-Bereich zwischen Endkunden und Produzenten zu vermitteln. Neue Ideen gehen oftmals auf Unternehmensgründungen zurück. Unternehmensgründungen leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung des Strukturwandels, da durch unternehmerische Investitionen neue Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen werden. Allerdings darf auch das Wachstum neu gegründeter Unternehmen nicht vernachlässigt werden. Die Scale-up-Finanzierung über Wagniskapital ist wichtig, denn es stärkt auch die Entscheidungsmöglichkeiten der Gründenden – und begünstigt den weiteren Beschäftigungsaufbau.
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